Das »Heimatstipendium« – Neues Förderprogramm der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

Bewerbungsfrist für Museen endet am 15. Mai 2017/ Ausschreibung für Künstler startet Anfang Juni 2017

Dienstag,
04. April 2017
 

Die Museen im Bundesland Sachsen-Anhalt von Diesdorf bis Zeitz zeugen in ihrer Vielfalt von der einzigartigen Kultur-, Kunst- und Industriegeschichte der mitteldeutschen Region. Hier ist seit Jahrhunderten die Avantgarde zu Hause, was sich nicht zuletzt an der Dichte der UNESCO-Welterbestätten ablesen lässt. Sachsen-Anhalt ist somit das ideale Land für Zeitreisende – vorwiegend in die Vergangenheit, manchmal auch in die Zukunft. Für Künstlerinnen und Künstler ist es eine verheißungsvolle Heimat. Davon zeugen vor allem die zahlreichen, kostbaren Sammlungen in Sachsen-Anhalt: Das Land zwischen Mittelalter und Romantik, Aufklärung und Moderne war und ist daher eine gute Ausgangsbasis für Kreative. Im neuen Stipendiatenprogramm der Kunststiftung geht es vor allem darum, dass Künstler etablierte Institutionen wie Museen neu entdecken.

Um Künstler für die einzigartigen Sammlungen auch kleinerer Museen Sachsen-Anhalts zu sensibilisieren, wird die Kunststiftung im Zeitraum 2017/2018 und in Kooperation mit dem Museumsverband des Landes Sachsen-Anhalt Künstlerinnen und Künstlern den Zugang und die Arbeit in Museen ermöglichen. „Das neue Programm unter dem Titel »Heimatstipendium« soll Künstlerinnen und Künstler anregen und unterstützen, sich mit dem seit Jahrhunderten Aufbewahrten zu befassen, um dann davon inspiriert neue Arbeiten zu entwickeln. Es geht uns dabei vor allem um die Stärkung der Museen als Institutionen unseres kulturellen und künstlerischen Gedächtnisses.“, so die Stiftungsdirektorin Manon Bursian. Der Stiftungsrat der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt gab im November 2016 den Startschuss für das »Heimatstipendium« mit einem Gesamtbudget von 173.000 Euro. Die Kunststiftung geht dabei eine Kooperation mit dem Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V. ein: „Der Museumsverband Sachsen-Anhalt e. V. sieht in dem „Heimatstipendium“ einen unkonventionellen frischen Impuls, der es Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht, mit ihren Mitteln die Museen, Sammlungen und Objekte zu erforschen und somit „Heimat“ neu zu entdecken. Dies ermöglicht der Bevölkerung vor Ort, künstlerische Schaffensprozesse aus der Nahperspektive zu erleben, tradierte Sichtweisen zu hinterfragen und mit den Künstlerinnen und Künstlern zu diskutieren.“, so Susanne Kopp-Sievers, Geschäftsführerin vom Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V.

Mit dem innovativen Stipendium, das die Museen mit Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten aus Sachsen-Anhalt zusammenbringt und auf die Dauer eines Jahres angelegt, mit je 12.000 Euro dotiert ist, erhalten bis zu acht Kunstschaffende die Möglichkeit, sich mit den Sammlungen der Institutionen auseinanderzusetzen. Zeitgenössische Kunst soll so mit den Schätzen verschieden ausgerichteter Sammlungen in Zusammenhang gebracht werden. Partizipative Ansätze, Veranstaltungen und zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit aktiviert hoffentlich ein breites Publikum für die Museen, bei denen es fortan in den Präsentationen nicht nur den „Blick zurück“ geben wird, sondern auch Positionen aus der Gegenwart, die zukunftsweisend sein können und vor allem für kleinere Häuser in ländlicheren Regionen einen wichtigen Beitrag zu deren Relevanz und zum Fortbestand leisten.

In einer ersten Ausschreibung (Bewerbungsschluss am 15. Mai 2017) können sich Museen aus Sachsen-Anhalt für die Teilnahme am Programm bewerben. Im Anschluss folgt eine zweite Ausschreibung Anfang Juni 2017, auf die sich Künstlerinnen und Künstler aus Sachsen-Anhalt für die Arbeit mit und in den ausgewählten Häusern bewerben können.


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Fotos: Matthias Ritzmann