Pressemitteilung 18 - 2017

„Je härter die Musik, umso willkommener scheint sie mir.“ - Dirk Laucke liest zur 5. Jahresablesung

Donnerstag,
04. Mai 2017
 

Die Jahresablesung, ein literarisches Format der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, das alljährlich Autorinnen und Autoren vorstellt, die durch die Stiftung gefördert wurden, wird fünf: Am 10. Mai 2017 um 19 Uhr freuen wir uns auf Isabel Cole, Dirk Laucke, Marlen Pelny, Kirsten Sanders und Simone Trieder, die aus ihren neuesten Arbeiten lesen, darüber sprechen. Peter Godazgar, Kulturjournalist und selbst Autor, wird durch den Abend moderieren.

Dirk Laucke schreibt an einem Roman »Nur die Harten (kommen in den Garten)«, aus dem er u.a. zur 5. Jahresablesung eine Kostprobe geben wird. „Die Idee dieses Romans lässt Nikolai Gogols großartig-komischen Roman »Tote Seelen« wiederaufleben. Nur handelt es sich nicht um ein Sittenbild Russlands im neunzehnten, sondern Deutschlands im einundzwanzigsten Jahrhundert.“ so Dirk Laucke. Der Roman erzählt uns die Geschichte des kleinen Spediteurs Schlicht, der mit dem Rücken an der Wand steht, weil ihm das Finanzamt den Hahn zudreht. Und das, wo seine Frau Andrea stolz ihren Schwangerenbauch vor sich her schiebt während sie Spenden für Flüchtlinge einsammelt. Nur bei Schlichts Angestellten Christian (mit dem Thor-Hammer um den Hals) kommt sie nicht besonders weit. Schlicht teilt seiner Frau nichts von eventuellen finanziellen Problemen mit, sondern plant wie blöde einen Befreiungsschlag für sich und seine Firma.

»Abseits dessen« - eine Novelle von Kirsten Sanders handelt von verschiedenen Bewusstseinsprozessen, genauer um Wahrnehmung, Trance, Aufmerksamkeit, Aphasie, Desorientierung und Tod. Die Geschichte spielt in einer verlassenen Ruine, in der alles zusammenbricht. Eine schemenhafte Figur entdeckt diese apokalyptische, aber ästhetisch einladende Umgebung. Sie hat ein universelles Gedächtnis, das auseinander gefallen ist. In ihrem zersplitterten Gehirn sind diverse Zerstreuungen vereint. Deshalb begibt sie sich in einen Lernprozess der Fokussierung, um inneren Frieden zu finden.

Simone Trieders Roman mit Stimmen von Zeitzeugen »Saftra ist nicht morgen« erzählt, wie die Kinder der im Oktober 1946 nach Russland verschleppten Eltern die Jahre dort erlebten. Wie beeinflusste diese Zeit ihr Leben: die Kinder damals im Babyalter bis Mitte 20 sind heute 70 bis über 90 Jahre. Nach dem 2. Weltkrieg gab es sogenannte lebende Reparationen. Die Alliierten interessierte vor allem die Raketentechnik der Deutschen. Der russische Geheimdienst holte in den frühen Morgenstunden des 22. Oktober 1946 zweieinhalbtausend Spezialisten mit ihren Familien aus den Betten und verschleppte sie für fünf bis acht Jahre in die Sowjetunion. Über die Zeit dieser Zwangsaufenthalte gibt es einige Erinnerungsliteratur und wissenschaftliche Arbeiten. Mit dem Roman »Saftra ist nicht morgen« wagt sich Simone Trieder erstmals an eine literarische Bearbeitung des Themas.

»Schatten« ist ein Coming of Age-Roman von Marlen Pelny über die Schönheit und Verletzlichkeit der Kindheit. Erzählt wird von der viel zu kurzen Zeit, in der man lernt Auto zu fahren, von Freundschaft, Liebe und dem Gefühl, zuhause zu sein.

Isabel Cole erzählte in ihrem Roman »Die grüne Grenze. Ein Märchen« über ein junges Künstlerpaar, Thomas und Editha, das von Berlin aufs Land zieht. Ein Kind ist unterwegs — ungeplant. Die Ehe — unbedacht. Wir befinden uns im Jahr 1973, das Dorf, in dem Edithas Mutter ein altes Gasthaus aus Familienbesitz zurückerhalten hat, heißt Sorge und liegt in der Sperrzone der DDR an der innerdeutschen Grenze im Harz. So spielt der Roman auch überwiegend im Ostharz und setzt sich sowohl mit der DDR- und NS-Geschichte als auch mit der ottonischen Vergangenheit auseinander.

Der Eintritt ist frei!

5. Jahresablesung
10. Mai 2017 um 19 Uhr
Isabel Cole | Dirk Laucke | Marlen Pelny |
Kirsten Sanders | Simone Trieder
Neuwerk 11
06108 Halle

04. Mai 2017

Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt
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Neuwerk 11
06108 Halle (Saale)
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