Christine Hoba

Autorin

Arbeitsstipendium
Februar – Juli 2016

Schräger Regen

Die Autorin hat in ihrem auf etwa 220 Seiten angelegten Roman Fragen des Alters bzw. von Altersunterschieden aufgriffen. In ihren vier nach Wetter- und Naturbezeichnungen („Regen“, "Nebel", "Mondlicht" und "Wolken") benannten Kapiteln erzählt Christine Hoba eine Liebesgeschichte zwischen einem älteren, verheirateten Mann und einer Studentin. Erzählt wird aus der Perspektive dieser beiden Protagonisten, der zwanzigjährigen Paula Tanner und des Mittfünfzigers Thomas Rost, die einander bei der Hochzeit von Thomas‘ Sohn Daniel begegnen. Die beiden „werden für eine Nacht um je eine Generation voraus- oder zurück-verwandelt,“, d. h. Thomas Rost wird sich für eine Nacht in den jungen Mann zurückverwandeln, der er einmal war, während Paula Tanner schon einmal die gereifte Frau sein darf, die sie später sein wird. Schauplatz des Romans ist ein altes Thüringer Hotel am Rennsteig.

 

Aufenthaltsstipendium Ahrenshoop
Oktober 2013

Der Ton der Glocken über dem Meer

Neben ihren Romanen hat Christine Hoba immer schon Kurzgeschichten geschrieben. Diese vervollständigte sie während ihres Aufenthaltes in Ahrenshoop zu einem Buch, welches vierundvierzig kleine Erzählungen versammelt - surreale Miniaturen, Traumnotate, Parabeln und Geschichten voller geheimnisvoller Wesen. In klarer Sprache beschreibt die Autorin zutiefst beunruhigende Zustände: ein Mädchen wird unter einer Brücke vom Fluss fortgetragen, eine Person kann ihren beiden Mitbewohnern - zwei Bären - nicht entkommen, ein Sehnsüchtiger, der nach dem sagenhaften Ort Vineta sucht, wird von der Sturmflut mitgerissen. Wie in Kafkas Erzählungen ist der Einzelne seinen tragischen Umständen ausgeliefert und kann sich nicht mehr retten, nur noch rechtfertigen.

Der Erzählband "Der Ton der Glocken über dem Meer" erschien im Februar 2014 im Mitteldeutschen Verlag.

 

Arbeitsstipendium
Januar – Juni 2006 

Waldgängerinnen

Vier Frauen, die sich in einem ehemaligen Waldgasthof zu einer Wohngemeinschaft zusammengefunden haben: die Bildhauerin, der die Glaslobby als Atelier dient, die Gärtnerin, die hier ökologischen Landbau betreibt, die Ruhe suchende Übersetzerin und manische Joggerin sowie ihre unternehmungslustige Schwester, die als Angestellte täglich in die Stadt pendelt. Es könnte so schön sein, doch die Vergangenheit der Frauen bestimmt das Denken und Handeln auch an dem idyllischen Rückzugsort. Resignation, Neid und Misstrauen machen sich breit – bis eines Tages der erwachsene Sohn einer der Frauen seinen Besuch ankündigt und frischen Wind in die Gemeinschaft bringt.

Der Roman erschien 2010 im Mitteldeutschen Verlag. 

 Am 7. Februar 2012 berichtete das MDR Thüringen Journal über die Autorin und ihren Roman.



Christine Hoba liest aus ihrem Roman "Waldgängerinnen"
(10:27 min) 

 

Vita


 

1961 in Magdeburg geboren│Studium der Chemie, Ausbildung zur Buchhändlerin und Bibliotheksassistentin│seit 2001 Mitglied des Förderkreises der Schriftsteller in Sachsen-Anhalt│2002 3. Preisträgerin des MDR-Literaturpreises│2003 Anerkennungsurkunde der Frau Ava Gesellschaft für Literatur│2010 Aufenthaltsstipendium Denkmalschmiede Höfgen sowie Stadtschreiberin in Halle (Saale) │ lebt freischaffend in Halle und arbeitet auf den Gebieten Lyrik, Prosa, Kinderliteratur, Hörspiel

 

Publikationen:

  • Das Rad, Kurzhörspiel, Rundfunk der DDR, Erstsendung 1989
  • Die Salzstadt, Kinderbuch, Mitteldeutscher Verlag, Halle 1999
  • Spiegelkabinett, Prosa, Verlag Janos Stekovics, Halle, 2001
  • „die metallenen reste von engeln“, Gedichte, originalgraphisches Buch mit Holzschnitten von Andreas Kramer, Berlin/Venedig, 2001
  • Beteiligung an der Anthologie „Antigones Bruder“, Faber & Faber, Leipzig, 2003
  • Im Lufthaus, Gedichte, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2005
  • Die Abwesenheit: eine Nachforschung, Roman, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2006
  • Rabea und die Windreisenden, Hörspiel, Produktion doppelton, Uraufführung 2010 (2. Eisbrechertage, Halle)