Florian Liesegang

Autor

Arbeitsstipendium Ahrenshoop
Oktober 2015

Beschädigtes Licht

Oft ist es "nur eine Ahnung, ein Gespür“, das in Florian Liesegangs Gedichten Anlass gibt, innezuhalten und den Blick zu schärfen. Es ist ein ruhiger, ein aufmerksamer Blick, der gleichsam von innen auf die Welt gerichtet ist, und der versucht, die verschwimmenden Konturen zu erfassen. Ob es sich dabei um die unklare Linie am Horizont handelt, um eine verblassende Erinnerung oder die zerrinnende Zeit, hängt vom Standpunkt und der Stimmung des lyrischen Ichs ab. Einem Filmstill vergleichbar gelingt es Florian Liesegang, diese diffusen Momente einzufangen und gemeinsam mit dem Leser zu betrachten, bevor der Blick weiter schweift. Er entwickelt dabei eine eindringliche, klare Sprache, deren Tonfall vorsichtig tastend und doch bestimmt ist. 
Während des Aufenthalts in Ahrenshoop erlebte Florian Liesegang eine konzentrierte und produktive Arbeitsphase, in der er sich intensiv seinem ersten Gedichtband widmete. Im Austausch mit anderen Künstlern vor Ort entdeckte er neue Impulse und Perspektiven für seine lyrische Auseinandersetzung. Neben der Überarbeitung von bereits Vorhandenem entstanden neue Texte, Ideen und Entwürfe.

 

 

1985 in Marburg geboren | 2005 – 2011 Studium Archäologische Wissenschaften, Prähistorische Archäologie, Philosophie, Ägyptologie und Geografie an der Philipps-Universität Marburg | literarische Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien | Auszeichnungen (Auswahl): 2010 2. Platz „Junges Literaturforum Hessen-Thüringen“; 2011 1. Platz „Junges Literaturforum Hessen-Thüringen“ | seit 2012 freiberuflich als Autor und Lektor tätig