Arbeitsstipendium
Dezember
2007 – Mai 2008
Der Garten Eden spiegelt die Sehnsüchte des Menschen wider: Er ist ein geschützter Raum, der perfekte Ort, der keinen Wunsch offen lässt. Dennoch entscheidet sich der Mensch in der Bibel – trotz angedrohter Strafe – für die Frucht vom Baum der Erkenntnis und damit für den freien Willen. Seine Emanzipation bezahlt er mit der Vertreibung aus dem Paradies, dem Einbruch von Widersprüchen in sein einst sorgenfreies Leben. Er durchlebt Krisen, die aber auch Chancen in sich bergen.
Tatiana Skalko-Karlovski, die sich seit langem mit dieser biblischen Geschichte beschäftigt, thematisiert in ihren Arbeiten den gelobten Ort. So verschieden wie die Mängel, die Menschen in ihrem Leben empfinden, so verschieden die Vorstellungen vom Paradies. Wie sieht es also für die muslimische Frau aus (das Modell mit 99 Jungfrauen für Männer ist bekannt), für Menschen aus armen, von Krieg und Korruption geplagten Ländern, für Kommunisten, die an der Umsetzung ihrer Gesellschaftsvision scheiterten, für Wissenschaftler, die immerwährende Jugend, den perfekten Menschen propagieren? Alle sind auf der ewigen Suche nach dem perfekten Ort, den es nicht gibt.
Vita
1970 geboren in Kiew/Ukraine | 1989–1992 Studium an der Kunst-Akademie Kiew, Fachbereich Grafikdesign | 1994–2004 Studium und Aufbaustudium an der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle, Fachbereich Grafik | 1998 Ars Halensis | 1999 und 2001 Gaststudium an der Kunst-Akademie Tianjin/China | 2010 Personalausstellung in der Galerie Stelzer und Zagelmeier in Halle (Saale) |lebt als freischaffende Künstlerin in Halle (Saale)