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Pressemitteilung 24 – 2018

Auf den Spuren der Vischaps – Stipendiaten in Armenien

Die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt vergab 2018 zum dritten Mal mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes internationale Arbeitsstipendien nach Armenien, die den zwei Künstlern Wibke Wilm und Ralph Hinterkeuser eine Expedition vom 16. Juli bis 12. August 2018 zum Thema „Vischaps (Drachensteine)“ in Armenien ermöglicht. Jenseits der üblichen Grenzziehungen zwischen Archäologie und Kunst können die Künstler auf Spurensuche der Vischaps, steinerne Stelen mit zoomorphen Reliefdarstellungen, gehen. Die Vischaps sind bedeutende Vertreter der frühen Monumentalplastik im Hochland von Armenien auf großen Höhenlagen (bis 3200 m ü. d. M.) und stehen mit dem Wasser- bzw. Tierfellkult im Zusammenhang. Sie kommen an den Hochgebirgsseen und Quellen vor. Seit 2012 untersucht ein deutsch-armenisches Archäologenteam diese Steine.

Zentrale Fragestellung des Aufenthaltes ist, wie jene Steine und ihre Schauplätze heute auf Künstler wirken. In der Auseinandersetzung mit diesen einzigartigen historischen Artefakten sollen neue Kunstwerke entstehen. Eine Ausstellung in Jerewan und in Halle wird die entstanden Arbeiten präsentieren.

Zudem wurde ein Künstlerworkshop zum Thema „Erinnerung“ umgesetzt, in dem sich die Teilnehmenden selbst zur Geschichte in Bezug setzten. Geschichte bedeutet dabei sowohl die ferne Vergangenheit, als auch Erzählungen über die Familiengeschichte, oder relevante persönliche Ereignisse der jüngsten Zeit. Wiebke Wilms und Thomas Kirchner – ein weiterer Künstler aus Sachsen-Anhalt, der zur sich derzeit ebenfalls in Armenien aufhält – gaben den teilnehmenden Menschen die Möglichkeit, einen Ausdruck für ihre individuelle Geschichte zu finden. So baten sie die Teilnehmenden, ihre Ereignisse in Modelle von Denkmälern zu überführen. Diese wurden dann beispielsweise als Papierstück, Geste, oder Zeichnung durch einfache Inszenierungen vor Ort per Foto mit dem eigenen Smartphone sichtbar. Die jeweils entstandenen Bilder waren dann Ausgangspunkt für weitere Gespräche innerhalb des Workshops sein.

„Armenien erleben wir als ein Land mit beeindruckender Natur und offener Herzlichkeit der Menschen, denen wir begegnen. Die Auseinandersetzung mit den außergewöhnlichen Drachensteinen – Vishaps – lässt uns hier eine Verbindung suchen zwischen jenen jahrtausendealten kulturellen Hinterlassenschaften und dem Armenien, wie wir es heute erleben. Hierin verbirgt sich eine leise Ahnung was Zeit bedeutet und lässt uns fragen, was bei allem Wandel bestand hat. Dieses Stipendium ist ein inspirierendes und befreiendes Erlebnis, welches wir weiterhin mit allen Sinnen aufnehmen möchten.“ Wiebke Wilm, Stipendiatin in Armenien und Thomas Kirchner, reisender Künstler aus Sachsen-Anhalt.

Die Stipendiaten Wiebke Wilms und Ralph Hinterkeuser sowie Thomas Kirchner stehen für Interviews zur Verfügung.

02. August 2018

Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt
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06108 Halle (Saale)
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Kathrin Westphal
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