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Pressemitteilung 33- 2018

HEIMATSTIPENDIUM: GRIMM – EIN ARCHIV

Als die Zeichnerin und Installationskünstlerin Xenia Fink (* 1979) nach Haldensleben aufbrach, interessierte sie der Teilnachlass der Sprachwissenschaftler und Volkskundler Jacob und Wilhelm Grimm. Wie viele andere war auch sie überrascht, dass sich dieser in Haldensleben befindet, dort, wo die beiden nie gelebt haben. Das Museum der Kreisstadt konzentriert sich in Teilen der Ausstellung auf diesen Teilnachlass, ergänzt um verschiedene Schätze der Biedermeierzeit bis ca. 1875. Auch Zimmerpflanzen, die in dieser Epoche Mode waren, werden dort liebevoll gehegt und gepflegt, es gibt einen Garten im Stil der Zeit, Seidenraupen werden hingebungsvoll von den (wenigen) Museumsmitarbeitern gezüchtet, vom Aussterben bedrohte Handwerke den Besuchern nahegebracht. Außerdem zeigt das Museum die Stadtgeschichte Haldenslebens sowie Objekte zur Ur- und Frühgeschichte der Region.

Bei ihrer Arbeit im Archiv der Grimms, verlagerte sich schließlich das Interesse Xenia Finks. Mehr und mehr zogen sie die Schriften, die Bücher- und Grafiksammlung von Herman Grimm, ältester Sohn Wilhelm Grimms, in ihren Bann. Aufgewachsen in einer Familie von Sprachforschern und im Kreis der Familie von Arnim wollte er eigentlich Dramatiker werden, schrieb einige Novellen und Gedichte, war jedoch vor allem Essayist. Unter anderem wegen seiner Michelangelo-Biografie wurde er zum Professor für Neue Kunstgeschichte berufen. Dennoch widmen sich seine Forschungen ausschließlich der Vergangenheit, nicht den damals rasanten Entwicklungen in der bildenden Kunst. Seine Texte sowie weitere aus seiner Bibliothek führten Xenia Fink zu Fragen wie: Was las man früher aus einem Bild, was heute? Wie hat sich das Bild vom Künstler gewandelt? Sind Genies ausschließlich männlich? Gibt es überhaupt Genies?

Ihre Zeichnungen für „Grimm – ein Archiv“ zitieren Fragmente alter Meisterwerke aus der Stichsammlung Grimms, z. B. Faltenwürfe und Körperfragmente. Sie werden kombiniert mit Motiven aus Finks eigener Bilderwelt und -sammlung. Außerdem kontrastieren in ihren Arbeiten feine Linienführung mit Leerstellen und schwarzen Silhouetten. Sie werfen die Frage auf, ob sie Zensur oder Hervorhebung sind. Xenia Fink verschmilzt in ihren Zeichnungen ihr Archiv mit dem Grimmschen.

Mit Zeichnungen und Objekten greift die Künstlerin subtil in die Dauerausstellung des Museums zur Familie Grimm ein. In einem eigenen Raum vereint sie außerdem Zeichnungen, eigens Gesammeltes und Objekte aus Herman Grimms Besitz zu einer großen Installation, die scheinbar immer wiederkehrende Bilder und Posen neu lesen lassen.

Eröffnung am Freitag, den 21. September 2018, um 19 Uhr

Zur Begrüßung sprechen:
Judith Vater, Museumsleiterin
Manon Bursian, Direktorin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt
Dr. Ines Janet Engelmann, Kuratorin
Xenia Fink, Künstlerin

Anschließend mixt für Sie Oli Czech, Chef der gleichnamigen Bar in Halle, an seinem mobilen Tresen – bei schönem Wetter im Biedermeiergärtchen! Und ein paar Häppchen gibt’s dazu.

GRIMM – EIN ARCHIV
Xenia Fink

22. September–18. November 2018
Di bis Fr 9–12 und 14–17 Uhr
So 10–12 und 14–17 Uhr
52° 17’ 22’’ N – 11° 24’ 40’’
Museum Haldensleben
Breiter Gang, 39340 Haldensleben

Museum:         www.museumhaldensleben.de
Künstlerin:      www.xeniafink.de
Programm:      www.heimatstipendium.kunststiftung-sachsen-anhalt.de

 

20. September 2018

Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt
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Neuwerk 11
06108 Halle (Saale)
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Kathrin Westphal
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