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Samira Manthey

Malerin und Objektkünstlerin

Arbeitsstipendium
Juli – Dezember 2018

Ich sterbe. Damit kann ich leben.

Sterben ist ein innerer Prozess und eine Auseinandersetzung mit etwas, das unvermeidlich und schmerzhaft ist. Angst mischt sich mit Kontrollverlust und der Hoffnung auf ein Wunder. Laut Elisabeth Kübler-Ross gibt es fünf Phasen des Sterbevorgangs: leugnen, erzürnen, verhandeln, depressiv sein und akzeptieren. Nicht jeder erreicht diese letzte, die fünfte Phase der Einsicht. Das Projekt thematisierte das Ringen um die Akzeptanz des Sterbens und die künstlerische Visualisierung dieses Prozesses. Dazu konzentrierte sich Samira Manthey auf das Thema der Statik (den Moment des Anhaltens und Innehaltens), im wissenschaftlichen Sinne der Statik im Bereich der Mechanik, des Magnetismus und der Elektrizität. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "zum Stillstand bringend" – in der Physik bedeutet Statik, dass die wirkenden Kräfte im Gleichgewicht sind - Materie und Energie gehen nicht verloren, sie werden nur verwandelt. Die Künstlerin hat während ihres Stipendiums an insgesamt vier Arbeiten mit Spiegel- und Lichtreflektionen sowie Objekten aus Draht gearbeitet. Die kinetische Installation „Hadern“ macht Geräusche, wenn jemand auf Metall schlägt. Die hexagon-förmige Plattform dreht sich zudem langsam im Kreis. Die Arbeit „Der Alte“ stellt in ihren Mittelpunkt einen Stuhl. Das Objekt ,,Lösen" wirkt durch die Diffusion, die einerseits im Drahtgeflecht, andererseits durch die die unterschiedlichen Lichtquellen entsteht, die das Objekt u. a. mit UV-Licht beleuchten. Es besteht aus Draht, Wolle und Sprühfarbe und wird durch unterschiedliche Beleuchtung in Szene gesetzt, wodurch ein weißer Wollfaden plötzlich an Bedeutung gewinnt. Die Arbeit „Vorsehen“ ist ein statisches Objekt, das durch Spieglungen den Raum erweitert, aber auch den Betrachter in Fragmenten spiegelt. Die Künstlerin konnte nach zahlreichen Interviews zum Thema Tod die Quintessenz schließen, dass man mit jedem Abschied die Kunst des Sterbens einmal mehr lernt.
Vita
1983 in Ueckermünde geboren | 2002 – 2003 Studium der Sprachen Englisch und Spanisch sowie im Nebenfach Polnisch an der Universität Potsdam | 2004 – 2005 Studium der Malerei/Grafik an der Kunst-akademie Lódz, Polen | 2005 – 2010 Studium der Malerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle (Saale) bei Prof. Ute Pleuger | 2011 – 2013 Meisterschülerstudium ebenda | lebt und arbeitet in Zerbst (Anhalt)