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Samstag,
09. März 2019

bis Donnerstag,
31. Oktober 2019

Logo zur Lesereihe „Der neue Mensch“
Lesungen
verschiedene Orte in Dessau-Roßlau, u.a. Stiftung Bauhaus, Marktplatz, Museum für Naturkunde

„Der neue Mensch“ – Das Bauhaus im Spannungsfeld von Politik und Moderne

Lesereihe mit neun Veranstaltungen

Das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses bietet nicht nur Anlass, nach dem Aufbruch in die moderne Architektur und Gestaltung zu fragen, sondern sich auch mit den politischen Diskussionen jener Zeit zu befassen. Diesem Ansatz will sich eine Lesereihe vom 9. März bis 31. Oktober 2019 in Dessau-Roßlau zuwenden, die unter dem Motto „Der neue  Mensch“ steht.

Als ideale Schöpfung wird Der Neue Mensch schon in der Bibel beschworen, größte Verbreitung aber fand die Idee von einer perfektionierten Persönlichkeit in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Spätestens nach der »Urkatastrophe« des Ersten Weltkriegs lagen alte Gewissheiten in Trümmern, die neue Zeit verlangte nach einem veränderten Miteinander … und auch nach Veredelung jedes Einzelnen. In welche Richtung und unter welchen Vorzeichen sich Der Neue Mensch aber entwickeln sollte, war alles andere als klar: Am linken wie am rechten Rand der jungen Weimarer Republik kämpften Demagogen um die Deutungshoheit, dazwischen warben Künstler und Techniker für ihre Ideen – eine kurze, von heftigen Debatten erschütterte Epoche, für die das Bauhaus seit 1919 wie ein Echoraum und ein Schallverstärker wirkte.

Zum 100-jährigen Gründungsjubiläum der Hochschule für Gestaltung soll nun noch einmal an den Zeitgeist jener Jahre erinnert– und damit auch nach den politischen Koordinaten des Bauhauses gefragt werden. Dass die Lesereihe in Dessau-Roßlau dabei Texte der Bauhaus-Meister ausspart, ist Programm: Demokratische und anarchistische, poetische und prophetische, ästhetische und utopische, medizinische und technische Äußerungen eröffnen Außenansichten auf jene Jahre, in denen das Bauhaus eine neue Welt erschaffen wollte und schließlich scheiterte.

Die moderierten Lesungen stellen jeweils zwei Positionen gegenüber, die einander verstärken und widersprechen, neben prominenten Autoren werden auch fast vergessene Stimmen zu hören sein. An wechselnden Orten der Stadt lesen Vertreter von Kirche und Kultur gemeinsam mit Schauspielerinnen und Schauspielern des Anhaltischen Theaters.

Den Start der Veranstaltungsreihe bildet die Lesung aus Thomas Manns „Betrachtungen eines Unpolitischen“ und aus Ernst Blochs „Geist der Utopie“ am Samstag, den 9. März, um 15.45 Uhr am Bauhaus Dessau. Zum Auftakt werden der emeritierte Vizepräsident des Umweltbundesamtes, Dr. Thomas Holzmann, sowie die Schauspielerin und „Bauhaus-Agentin“ Silke Wallstein zu erleben sein.

Alle Termine und Informationen zu den neun Veranstaltungen der Lesereihe gibt es hier sowie den dazugehörigen Flyer als PDF

Veranstalter: Evangelische Landeskirche Anhalts – Evangelische Erwachsenenbildung
In Kooperation mit: Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt (Magdeburg), Kulturbüro des Rates der EKD (Berlin), Stadt Dessau-Roßlau, Anhaltisches Theater Dessau, Stiftung Bauhaus Dessau
Konzept und Moderation: Andreas Hillger

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