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Die Macht der Vervielfältigung

Von prä- zu postdigitaler reproduktiver Kunst, oder von Radierung über Xerox zu Augmented Reality in Südamerika und Deutschland

Mit „Die Macht der Vervielfältigung – Von prä- zu postdigitaler reproduktiver Kunst, oder von Radierung über Xerox zu Augmented Reality in Südamerika und Deutschland“ zeigt das Goethe-Institut erstmalig 14 deutsche und brasilianische Künstlerinnen und Künstler in einer gemeinsamen Ausstellung. Das Projekt verdeutlicht ganz konkret am Medium Grafik, wie Kunst politisch und gesellschaftlich relevante Fragen in Lateinamerika, aber auch in Deutschland historisch und heute zu stellen vermag. Nach Station in Porto Alegre eröffnet die Ausstellung am 28. Februar 2019 in der Leipziger Baumwollspinnerei im Beisein des Präsidenten des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann, der Künstlerinnen und Künstler und des Kurators Gregor Jansen, Direktor der Kunsthalle  Düsseldorf.

beteiligte Künstlerinnen und Künstler: Vera Chaves Barcello, Hanna Hennenkemper, Flavya Mutran, Carlos Vergara, Tim Berresheim, Olaf Holzapfel, Ottjörg A.C., XADALU, Marcelo Chardosim,  Helena Kanaan, Rafael Pagatini, Hélio Fervenza, Thomas Kilpper, Regina Silveira

In den 1950er Jahren gründete eine Reihe von Künstlerinnen und Künstlern in Rio Grande do Sul und seiner Landeshauptstadt Porto Alegre sogenannte Druckklubs, in denen sie gemeinsam arbeiteten und unterrichteten. Der Anspruch lautete: Kunst fürs Volk. Sie schufen damit eines der bis heute wichtigsten Zentren für reproduktive Kunst in Brasilien. Reproduktionen, Vervielfältigungen oder Kopien stellen den autoritären Originalitätsbegriff in Frage und dienen der massenmedialen Verbreitung, meist auch von Propaganda jedweder Art. So bietet die ehemalige Fotojournalistin Flavya Mutran, auf die Beziehung zwischen Fotografie und Objekt setzend, eine weitreichende Reflexion über die Technologie als sozialem Phänomen an. Eine politisch radikale Dimension eröffnen die Arbeiten der Künstler Xadalu und Marcelo Chardosim, die Kopie und Siebdruck als Medien des Protestes einsetzen – Xadalu unter anderem gegen die Zerstörung der indigenen Kulturen in Rio Grande do Sul und Marcelo Chardosim gegen die Zerstörung des öffentlichen Raums in Brasilien.

„Die Macht der Vervielfältigung“ ist ein Projekt des Goethe-Instituts, das gemeinsam mit der Bundesuniversität von Rio Grande do Sul und anderen Partnern entwickelt wurde.

Begleitend zur Ausstellung ist ein Ausstellungskatalog beim Kerber Verlag erschienen, hrsg. vom Goethe-Institut Porto Alegre mit Beiträgen von Francisco Dalcol, Gregor Jansen, Andreas Schalhorn, Márcio Seligmann-Silva, Ludwig Seyfarth, Cauê Alves u.a.

Die Macht der Vervielfältigung
Von prä- zu postdigitaler reproduktiver Kunst,
oder von Radierung über Xerox zu Augmented
Reality in Südamerika und Deutschland
28. Februar – 23. März 2019

Leipziger Baumwollspinnerei/ Halle 12
Spinnereistraße 7,
04179 Leipzig
28. Februar, 11 Uhr Vorbesichtigung
28. Februar, 18 Uhr Eröffnung
1. März, 11 Uhr Kuratorenführung
Öffnungszeiten: Mi–Sa 12–18 Uhr

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