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Ochsenaugenfenster der Barockfassade auf dem Hofgestüt Bleesern, Foto: Kunststiftung Sachsen-Anhalt
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Ein Wochenende in Bleesern – wo Geschichte wieder zu atmen beginnt
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Liebe Freundinnen und Freunde der Kunst,
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es gibt Orte, die sich nicht laut in Erinnerung rufen, sondern leise darauf warten, wiederentdeckt zu werden. Das Hofgestüt Bleesern ist so ein Ort – zwischen Wittenberg und dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich gelegen, seit über 300 Jahren stummer Zeuge sächsischer Geschichte. Wir waren erst kürzlich selbst zu Gast in Bleesern und sind mit einem Kopf voller Eindrücke zurückgekehrt: von den Ochsenaugenfenstern der Barockfassade, den Weiten der Elbaue und den Menschen, die sich mit großem Engagement für den Erhalt dieses einzigartigen Denkmals einsetzen. Diese Begeisterung hat uns dazu bewegt, Bleesern einen ganz eigenen Sondernewsletter zu widmen, denn einen Ort, der uns selbst so bewegt hat, möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.
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Wir laden Sie herzlich ein, mitten in Sachsen-Anhalt in ein Stück ehemalige Fürstengeschichte einzutauchen und Bleesern am kommenden Wochenende selbst zu erleben.
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Sachsen-Anhalts stille Legende: Europas älteste Gestütsanlage ihrer Art
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Impressionen vom Hofgestüt Bleesern während eines Besuchs der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, Fotos: Kunststiftung Sachsen-Anhalt
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Wer durch die Torbögen von Bleesern tritt, durchschreitet zugleich fast neun Jahrhunderte Geschichte. Bleesern entstand bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Burg und wird 1379 erstmals als Vorwerk erwähnt. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts lässt sich hier eine Pferdezucht nachweisen. Schon bald wurde Bleesern zur zentralen Stuterei der sächsischen Kurfürsten. Auf der Gestütswiese verlieh Kaiser Karl V. 1547 Herzog Moritz von Sachsen die Anwartschaft auf die Kurwürde und leitete damit ein Kapitel deutscher Landesgeschichte ein, das bis 1918 fortwirken sollte.
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Die heutigen Gebäude entstanden zwischen 1676 und 1686 unter Kurfürst Johann Georg II. nach Plänen des Baumeisters Wolf Caspar von Klengel, der auch die Kapelle des Schlosses Moritzburg und den Turm des Dresdner Schlosses entwarf. Bleesern zählt damit zu den frühesten Zeugnissen der Dresdner Barockbaukunst. Bis 1722 war es Hofgestüt der Kurfürsten von Sachsen, wurde später Maultierzuchtstation und unter preußischer Herrschaft eine königliche Domäne. Nach 1945 prägte eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) das Gelände.
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In den 1990er-Jahren drohte der einzigartigen Anlage der Abriss. Um genau das zu verhindern, gründete sich 2010 der Förderverein Hofgestüt Bleesern e. V., der die gefährdeten Gebäude 2012 erwerben konnte. Seither wird Stück für Stück saniert, was Kriege, Hochwasser und Verfall überstanden hat – ein Denkmal von nationaler Bedeutung, das heute wieder für Besucherinnen und Besucher lebendig wird.
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Ein abwechslungsreiches Wochenende
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Passend zu dieser bewegten Geschichte erwartet Sie am kommenden Wochenende ein vielfältiges Programm in Bleesern – von Musik über Führungen bis hin zu einer besonderen Filmpremiere. Es folgt ein Ausblick, was Sie erwartet:
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Linebug: Konzert und Animation
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Außenbühne auf dem Hofgestüt Bleesern, Foto: Kunststiftung Sachsen-Anhalt
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Den Auftakt des Wochenendes macht am Samstag das dänische Duo „Linebug“, das in Zeitz lebt und mit seinem Album „Portraits of Invisible Places“ Musik und Animation zu einem ungewöhnlichen Kunstprojekt verbindet. Zehn Lieder, begleitet von je einem eigenen Musikvideo, erzählen darin von oft übersehenen ostdeutschen Orten und ihren Geschichten – von verfallenem Charme, von Widerstandskraft und kulturellem Wandel. In Bleesern verwandeln die beiden mit Live-Musik und Animation die historischen Mauern des Hofgestüts in einen ganz eigenen Klang- und Bildraum.
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Termin: 12. September 2026, 17:00 Uhr
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Ort: Hofgestüt Bleesern, Am Anger 5, 06888 Lutherstadt Wittenberg
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Tag des offenen Denkmals: Geschichte zum Anfassen
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Außenansicht eines Abschnitts des Hofgestüts Bleesern und die Bühne in der Scheune, Fotos: Kunststiftung Sachsen-Anhalt
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Am Sonntag, den 13. September, öffnet Bleesern ab 11 Uhr zum Tag des offenen Denkmals ganz weit seine Tore. In Führungen erfahren Besucherinnen und Besucher, welche Geschichten seine Mauern erzählen und wie die aktuelle Restaurierung das Erbe für kommende Generationen bewahrt. Ein besonderes Highlight: An diesem Tag feiert der Film „Finding the Landscape“ Premiere, der die künstlerische Auseinandersetzung von Chrystel Lebas mit Bleesern dokumentiert. Für einen Hauch höfischen Glanzes sorgen zudem die „Fürstlichen Reiter und Bläser“, die an diesem Tag zu Gast sind.
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Termin: 13. September 2026, ab 11:00 Uhr
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Ort: Hofgestüt Bleesern, Am Anger 5, 06888 Lutherstadt Wittenberg
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Chrystel Lebas: Eine Künstlerin auf den Spuren Bleeserns
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Zu Besuch bei Chrystel Lebas in ihrem vorübergehenden Atelier auf dem Hofgestüt, Fotos: Kunststiftung Sachsen-Anhalt
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Passend zum abwechslungsreichen Wochenende möchten wir Ihnen auch die Künstlerin Chrystel Lebas vorstellen, die vor Kurzem erst zwei Wochen lang in Bleesern zu Gast war – ihren Aufenthalt haben wir als Kunststiftung Sachsen-Anhalt im Rahmen einer Projektförderung unterstützt und bei einem Besuch vor Ort durften wir sie auch persönlich kennenlernen. Bereits zum dritten Mal war sie in Bleesern und vertiefte ihre künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ort von Jahr zu Jahr: Standen zunächst die Natur in der Umgebung und das Gestüt selbst im Mittelpunkt, widmete sie sich in diesem Jahr den Geschichten der Menschen, die hier gelebt und gearbeitet haben. Ihnen gibt Chrystel Lebas mit ihrer Arbeit eine Stimme.
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Wer neugierig geworden ist, kann sich am Tag des offenen Denkmals bei der Premiere des Films „Finding the Landscape“ selbst ein Bild von ihrer Arbeit machen. Tonspuren und eine Installation, weitere Ergebnisse dieses besonderen Dialogs mit Bleesern, werden im kommenden Jahr in einer Ausstellung gezeigt. Wir sind gespannt!
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Termin: 13. September 2026, ab 11:00 Uhr
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Ort: Hofgestüt Bleesern, Am Anger 5, 06888 Lutherstadt Wittenberg
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Eine Tasse Kaffee inmitten der historischen Mauern
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Abschalten in der Idylle des Hofgestüts Bleesern, Fotos: Kunststiftung Sachsen-Anhalt
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Wer in den kommenden Wochen weiterhin Lust auf einen Besuch in Bleesern hat: Das Hofcafé ist noch bis Ende September sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet, individuelle Besuche und Führungen sind auch darüber hinaus jederzeit nach Anmeldung möglich: post@hofgestuet-bleesern.de
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Apropos Tag des offenen Denkmals...
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Am Tag des offenen Denkmals öffnen bundesweit mehr als 6.500 Denkmäler ihre Pforten – Deutschlands größtes Kulturevent. Für diesen besonderen Tag möchten wir Ihnen direkt noch einen weiteren Tipp geben, dieses Mal in Halle (Saale).
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„AUTONOMIE“ in der Leopoldina entdecken
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Installationen „Kollektive Autonomie“ von KLUB 7 und „Die Autonomie der Puppe“ von Julia Schleicher in den Gebäuden und im Park der Leopoldina, Fotos: Matthias Ritzmann
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Wer nach dem Ausflug nach Bleesern noch nicht genug hat, dem legen wir einen Besuch unserer Ausstellung „AUTONOMIE“ ans Herz. Für alle, die sie noch nicht gesehen haben, bietet der Tag des offenen Denkmals eine wunderbare Gelegenheit, das nachzuholen. Auch die Leopoldina ist ein Ort mit Geschichte: Gegründet 1652, ist sie die älteste ununterbrochen existierende Wissenschaftsakademie der Welt – ein ebenso geschichtsträchtiges Gelände wie Bleesern, nur eben eines der Wissenschaft, nicht der Pferdezucht.
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In den historischen Räumen und im Park erwarten Sie zwei künstlerische Positionen, die auf ganz unterschiedliche Weise nach Autonomie fragen: Julia Schleicher lässt mit „Die Autonomie der Puppe“, einer Installation aus über dreißig großformatigen Kokons und Insektenpuppen, erahnen, welch stiller, hochkomplexer Prozess sich in völliger Selbstständigkeit vollziehen kann, wenn eine Verwandlung ganz aus sich selbst heraus geschieht. Das Kollektiv KLUB7 stellt dem im Außenraum mit „Kollektive Autonomie“ eine ebenso poetische wie provokante Frage entgegen: Kann Freiheit überhaupt allein gedacht werden? Ein Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft, der genau in dieses Wochenende der Entdeckungen passt.
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Termin: 13. September 2026, 10:00-16:00 Uhr Ort: Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)
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Wir freuen uns, wenn Sie sich dieses Wochenende in Ihrem Kalender vormerken und wünschen Ihnen schon jetzt viele schöne Entdeckungen in Bleesern und in der Leopoldina in Halle (Saale).
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Direktorin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt
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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit ist auf durchgehendes Gendern verzichtet worden. Es sind immer alle Geschlechter (m/w/d) gemeint.
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Kunststiftung Sachsen-Anhalt
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Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt | Neuwerk 11, 06108 Halle | Telefon: 0345 29897294 |
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| www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de | info@kunststiftung-sachsen-anhalt.de |
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