Loading...

Dagmar Varady

Konzeptkünstlerin

Arbeitsstipendium
Juli – Dezember 2016

Louise Bourgeois

Im Frühjahr 2015 fotografierte Dagmar Varady in Stockholm während des Abbaus einer der umfangreichsten Retrospektiven nach dem Tod von Louise Bourgeois eine Werkgruppe der Künstlerin. Ihr Hauptinteresse lag dabei auf der Übergangsform der Arbeiten - auf dem Moment des Abbaus und der Deinstallation: Ausschnitte, Teile, einzelne Bestandteile der Skulpturen, Installationen in Gruppen oder im Raum. Die Fotografien entstanden in dem Moment, in dem die gebildeten Abteilungen einer exakt konzipierten Ausstellung obsolet wurden und offen waren für etwas Neues - an einem anderen Ort und in anderen Konstellationen. Die fotografischen Arbeiten versuchen eine Annäherung und Referenz an die Künstlerin und ihre Arbeiten herzustellen. In einer umfangreichen Recherche zu den Arbeiten von Louise Bourgeois und der Einholung von Genehmigungen, Abstimmungen, Material- und Bildrecherchen, konnte die Künstlerin die notwendigen Voraussetzungen für eine Weiterverwendung in einem Buchprojekt erwirken. Der in einem Umfang von ca. 20 Fotografien gefasste, dokumentarische und konzeptuelle Bilderfluss soll ausgewählte Situationen der üblichen Demontage der Kunstobjekte von Louise Bourgeois zeigen und wird zudem von einem englischsprachigen Essay ergänzt.
Arbeitsstipendium
Januar – Juni 2013

Reizen

Das Unbekannte, Irrationale und Unkontrollierbare – die Beschreibung von Naturphänomenen geht oftmals über die Beobachtung des vermeintlich Sichtbaren hinaus und nicht alle Fragen können mit wissenschaftlichen Kategorien hinreichend beschrieben werden. In ihrem Experimentalfilm „Reizen“ beschäftigt sich Dagmar Varady mit dem Spannungsverhältnis von Natur und Seele und den Möglichkeiten der Erkenntnis über intuitive Wahrnehmung. Die Idee zu dem Video resultierte aus einer längeren Phase der Beschäftigung der Künstlerin mit der Person Johann Christian Reil (1759-1813) und seinen unterschiedlichen Denkansätzen als Mediziner der Gehirnanatomie einerseits und seinen philosophischen Spekulationen über die menschliche Seele und die Grenzen des Verstehens andererseits. Grundlage der filmischen Auseinandersetzung bilden dessen „Rhapsodien“ -  ein 500-seitiges literarisches Werk, in dem Reil die Grade der geistigen Verwirrung analysiert. Im Film werden Auszüge aus den Rhapsodien in siebzehn Blöcke zusammengefasst und von der Schauspielerin Jutta Hoffmann vor dem Hintergrund der Naturkulisse im Wörlitzer Park gesprochen. Die erste Szene beginnt mit „Ohnmacht des Verstandes“ - eine Person verliert die Orientierung in einer sie reizüberflutenden Umgebung. Gezeigt werden fragmentarische Eindrücke der Natur: vorbeifließende Bäume und Sträucher, ferne und nahe Menschen, grelles Sonnenlicht. Licht und Dunkelheit, Schärfe und Unschärfe wechseln sich ab und lösen Verwirrungszustände aus. Ein kontrastreicher Rhythmus. Nach Reil sind es eben diese Reize, welche die Seele des Menschen in außergewöhnliche, sich an der Grenze zu den logisch-kausalen Zusammenhängen in der Natur befindlichen Wahrnehmungszustände versetzen. Die Grenzen zwischen Natur und Seele verschwimmen, ein Geistesblitz eröffnet unerwartete Erkenntnisse.
Vita
1961 in Erfurt geboren | 1979 Naturwissenschaftliches Abitur mit Schwerpunkt in den Fächern Mathematik und Physik in Ilmenau | 1980 – 1987 Studium an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle | 1987 Graduiert im Industriedesign | 1992 – 1993 Stipendium Akademie Schloss Solitude Stuttgart | 2000 – 2001 PointB Worklodge, Williamsburg, Brooklyn N.Y.C., U.S.A; Residenz Virginia Center fort the Creative Arts, U.S.A. | 2001 Gaststudium Medienkunst in der Klasse Intermedia, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig | 2002 HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst, Bonn | 2007 AIR artist-in-residence, Krems, A. | Lehrtätigkeit an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, der Bauhaus-Universität Weimar, der Universität Dortmund, der Universität zu Köln sowie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig | 2004 – 2010 Jury und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Kunstfonds Bonn | 2003 – 2007 Vizepräsidentin im Kultursenat des Landes Sachsen-Anhalt | 2009 Gründungsmitglied und seitdem im Vorstandsvorsitz der SYN Stiftung Kunst Design Wissenschaft | lebt und arbeitet in Halle (Saale)