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Jenny Rempel

Bildhauerin

Arbeitsstipendium
April – September 2014

fliegen im liegen

Träumer können fliegen. Kinder sowieso, denn sie sind sich gewiss: Die Welt steht offen, Träume gehen in Erfüllung, besonders der größte: Erwachsen zu sein. Dass damit die Unbeschwertheit schwindet, wird erst später offenbar - dann, wenn auch das Erstaunen über all das Ungesehene der Gewöhnung zum Opfer fällt. Jenny Rempel schuf während ihres Arbeitsstipendiums eine Figurengruppe aus drei Plastiken. Die lebensgroßen liegenden Kinderfiguren aus Ton verbergen sich unter textilen Hüllen - man kann sie nur erahnen, sie werden von ihnen umschlossen oder sind Teil ihrer Gestalt geworden. Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Thema Kindheit, Körperwahrnehmung, Erinnerung und Tod. ah wie deine beine liegen | oh wie deine beine fliegen! | flügelummanteltes glühendes herz. | ist schluss der lieder | fliegst du herab | vom höchsten göttertrohn | um zu ordnen dein gefieder | um zu hören keinen ton. | ei der daunen ist verflogen | lauscht nun artig im verbund | von des federkleides grund | aufgesticktem seemannsgarn. | der liebe gott pafft seine mittagspfeife | engelsgleich im schlafe | ziehen wolkenschafe | werden dicker, dichte horden | in den wolkenweißen beinen | regnen ab auf mondgesteinen. (Jenny Rempel)
Vita
1982 in Königs Wusterhausen geboren | 2002 – 2013 Studium Bildhauerei/Metall an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle | lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Halle (Saale)