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Judith Runge

Keramikerin

Arbeitsstipendium
Juli – Dezember 2007

Spielraum

Monster zum Kuscheln, Beißringe, die eher als Schlagringe zu gebrauchen sind, reizend anzuschauende Pistolen – Parodien auf die quietschbunte Spielzeugwarenwelt, mit der die Jüngsten zugeschüttet werden. Phantasievoll ist der künstlerische Umgang Judith Runges mit den Objekten, die massenhaft oft am anderen Ende der Welt unter zweifelhaften Arbeitsbedingungen hergestellt werden, Spielzeuge, die die Kreativität, den kindlichen Entdeckungsdrang, die Phantasie töten, das immer-mehr-Haben-Wollen fördern, frühzeitig Konsumzwang erwachen lassen als Flucht vor tiefempfundener Langeweile.

Kritisch und dem Thema angemessen – nämlich spielerisch – setzt sich die Künstlerin mit dieser Problematik auseinander. Judith Runge übersteigert, veredelt »Spielzeuge«, verfremdet ihre Funktion – allein schon durch die Herstellung in Keramik. Eine Verwandlung, die neugierig macht, die irritiert, die abstößt und anzieht zugleich. Der Entdeckungsdrang der Erwachsenen erwacht beim Gang durch diesen Spielraum, ist eine Abenteuerreise wie für das Kind der Eintritt in den Spielzeugladen – auch wenn den Großen das Angebot noch so scheußlich scheinen mag ... 

Vita
1969 in Halle (Saale) geboren | 1985 – 1989 Lehre als Porzellanmalerin an der Staatlichen Porzellanmanufaktur in Meißen | 1991 – 1999 Studium und Aufbaustudium (Graduiertenstipendium) an der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle, Studienrichtung Plastik/Keramik | 1996 Studienaufenthalt an der Hochschule für Kunst und Handwerk in Reykjavik, Island, ebd. Einzelausstellung | seitdem regelmäßig Ausstellungsbeteiligungen in Deutschland | 1998 Teilnahme am Internationalen Keramiksymposium in Honululu, Hawaii | 2002 Förderpreis Perron – Kunstpreis der Stadt Frankenthal (Pfalz) und Ausstellung im Pulverturm Oldenburg | 2005 Ausstellung im Kiew Art Center, Kiew, zusammen mit Christiane Jung | 2006 Teilnahme am Internationalen Keramiksymposium in Halle | 2007 Mitbegründerin des Forums für zeitgenössische Keramik Halle (Saale) | 2009 2. Platz beim Wettbewerb zur Neugestaltung des Katharinenaltars im Magdeburger Dom, ausgelobt von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt | 2010 Einzelausstellung im Museum der Stadt Zerbst | lebt als freischaffende Keramikerin in Halle (Saale)   Publikationen: Jäschke, Kirsten: Ahnungen vom vermeintlich Gewesenem, In: Keramikmagazin Nr.3 2003, S. 16–20 Katalog zur Ausstellung Keramik im Pulverturm, hrsg. von der Artothek der Stadt Oldenburg, 2002