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Linda Grüneberg

Bildhauerin und Grafikerin

Arbeitsstipendium
Februar – Juli 2018

Frottagen // Serie IV

Im Rahmen des Arbeitsstipendiums entstand ein neuer druckgrafischer Arbeitszyklus. Aufbauend auf ihren bisherigen systematisch konzipierten Frottagen hat sich die Künstlerin thematisch mit dem Weben und Flechten auseinandergesetzt. Das Prinzip, durch Verkreuzung zweier orthogonal zueinander verlaufender Systeme ein Flächengebilde zu erzeugen, eröffnete einen neuen Handlungsrahmen und Bildideen. Aus einer Fülle an grafischen Studien, Material- und Farbuntersuchungen entwickelte Linda Grüneberg eine neue Serie an klein- und großformatigen, repräsentativen Druckgrafiken. Die Idee für den neuen Arbeitszyklus bekam sie bei einem Ausstellungsbesuch im Kunsthaus Dresden. An der Ausstellung „The Event of a Thread / Das Ereignis eines Fadens“ beteiligte sich die Künstlerin Judith Raum mit ihrer Arbeit BAUHAUSRAUM. Die ausgestellten Webproben entfachten das Interesse der Künstlerin an den textilen Arbeiten des Bauhauses. Feinste Kontraste zwischen matt und glänzend, glatt und rau, dick und dünn, grob und fein konnte man an den Stoffen erspüren. Schlichte Farben wurden in spannenden Hell- Dunkel- Kontrasten zueinander gesetzt. An den Webproben konnte man den bewussten Umgang mit Struktur, Textur, Farbigkeit und Material deutlich erkennen. Sie inspirierten Linda Grüneberg zugleich, selbst mehrfarbig zu arbeiten. Vor allem aber öffneten ihr die Arbeitsproben und Notationssysteme der Weberinnen den Blick dafür, wie viele Parallelen das Handwerk des Webers mit der systematischen Erarbeitung ihrer bisherigen Frottagen besitzt. Das Prinzip des Webens und Flechtens eröffnete ihr einen neuen Handlungsrahmen. Aus schmalen Papierstreifen webte und flocht sie großformatige Matrizen. Diese dienten als Druckstock für neue Frottagen. Das Web- und Flechthandwerk bot eine Fülle an unterschiedlichsten Bindungsarten, welche wiederum miteinander kombinierbar und erweiterbar sind. In einer dreiwöchigen Zusammenarbeit mit den Textilwerkstätten der Burg hatte Linda Grüneberg die Möglichkeit, die Grundbindungsarten an einem Webstuhl selbst zu erproben, um ihr Verständnis für die Technik des Webens zu stärken. Auch das Material für die neuen Arbeiten musste recherchiert und erprobt werden. Die Stärke und Struktur des Papieres für die Matrizen sowie für das Trägerpapier des Druckes sind entscheidend für die Erscheinung des entstehenden Abdruckes. Die Hinzunahme von Mehrfarbigkeit ist in der Arbeit der Künstlerin eine weitere und wesentliche Erneuerung.
Vita
1984 in Löbau geboren | 2005 – 2007 Ausbildung zur Holzbildhauerin Abschluss | 2007 – 20011 Studium der Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste in Dresden| 2011 Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle in der Klasse für Bild/Raum/Objekt/ Glas bei Christine Triebsch | 2012 – 2013 Organisation des Ausstellungsprojektes RAUMinbetrieb | 2015 Diplom an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle | lebt und arbeitet in Halle (Saale)