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Magnus Sönning

Bildhauer und Grafiker

Arbeitsstipendium
Januar – Juni 2015

Hochstände

Meist eher unbeachtet stehen Hochstände an Waldrändern und auf Lichtungen und wirken nicht selten wie Überbleibsel aus einer anderen Zeit. Sie mit ihren architektonischen Besonderheiten zum Objekt künstlerischer Auseinandersetzung zu machen, war erklärtes Ziel von Magnus Sönning. Dabei ging es ihm zunächst um das Erstellen eines objektiven Fotoarchivs, das verschiedene Hochstände in ihrer individuellen Gestalt in Sachsen-Anhalt dokumentarisch erfasst. Das digitale Archiv, das aktuell 180 Hochsitze mitsamt ihrer GPS-Daten enthält, zeigt die tatsächliche Vielfalt von Hochständen, bei der persönliche Vorlieben, topografische Lage oder handwerkliches Geschick der „Betreiber“ eine Rolle spielen. Ausgehend von dieser ersten Sammlung führte der Künstler schließlich ausgewählte temporäre Interventionen durch, die sich auf die architektonischen Besonderheiten vor Ort beziehen und die er wiederum fotografisch dokumentierte. Dabei ergänzte er die Hochsitze mit minimalistischen grafischen Strukturen, die eine Brücke schlagen zwischen der Realität der Umgebungssituation und dem zweidimensionalen Print, der später das fertige Kunstwerk zeigt. Alle Interventionen wurden mit einer professionellen Vollformat-Kamera und einem speziellen Panorama-Stativkopf aufgenommen. In der Postproduktion wurden die Fotografien zu schwarz-weißen Fine-Art-Prints aufgearbeitet, wobei der Fokus auf den strukturellen und kontrastierenden Elementen als Bildkomposition liegt. Nicht ohne Humor möchte Magnus Sönning mit seinen Arbeiten den Blick auf etwas Bekanntes richten und dabei zu neuen Sichtweisen und einem Perspektivwechsel anregen. 

Vita
1981 in Bamberg geboren | 2004 – 2010 Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle | 2011 – 2014 Meisterschüler bei Prof. Monika Brandmeier, HfBK Dresden | Ausstellungen u.a. in Halle, Dresden, Stuttgart, Trier, Berlin und Hamburg | lebt und arbeitet in Halle (Saale)