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Marc Fromm

Holzbildhauer

Arbeitsstipendium
Mai – Oktober 2008

Krippe von Halle-Neustadt

Bevor Marc Fromm zum Schnitzmesser griff, betrieb er Lokal- und Sozialstudien. Schwebend im Raum präsentiert er seine verdichteten Eindrücke aus dem tristen Alltag in einer Plattenbausiedlung. Eine junge, dröge vor sich hin blickende junge Frau, Kampfhund und Kind hütend, ein mit Sonnenbrille maskierter, Pommes essender Mann stehen völlig beziehungslos vor einem ASIA-Imbissstand. Dass es sich dabei um ein Paar mit Säugling handelt, lässt nur das tradierte Bildsujet „Krippe“, um die sich die Heilige Familie versammelt, vermuten. Ironisch bricht Marc Fromm dieses Jahrhunderte alte Top-Thema der Kunst herunter, wandelt die Futterkrippe, in der das Jesuskind schlummert, zum Asia-Imbiss, die liebliche, fürsorgliche Maria in eine gepiercte, desinteressierte Mutter, die sich durch einen Kampfhund Respekt verschafft. Wie bei den Krippen, mit denen zur Weihnachtszeit viele bürgerliche Wohnzimmer geschmückt sind, wurden auch hier die Figuren in Holz geschnitzt – mit handwerklicher Finesse und einer Liebe zum Detail bis zur Wohlstandswampe und dem keltisch inspirierten Tattoo.
Arbeitsstipendium
November 2010 – April 2011

Junge Dame mit Haustier

Gewöhnlich haben Holzskulpturen eine gewichtige Präsenz – nicht so das Werk Marc Fromms. Eine aus Lindenholz gearbeitete Frau schwebt geheimnisvoll im Raum, dem Gesetz der Schwerkraft enthoben. Für einen zeitgenössischen Flügelaltar hat Marc Fromm die zentrale weibliche Gestalt entworfen. Der gotische Flügelaltar ist ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, Plastik und Malerei. Seine Flügel waren über die Jahrhunderte Schauwände, die als Orientierungsspender dienten und göttliches Heil versprachen. Während seines Arbeitsstipendiums ist der Künstler der Frage nachgangen, wie ein zeitgenössischer Flügelaltar aussehen könnte, da die christiliche Transzendenz durch den Glauben an den technischen Fortschritt abgelöst wurde.
Vita
1971 in Langen/Hessen geboren │ 1999 – 2006 Studium an der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle │ 2003 Erasmusstipendium: Ecoles des beaux arts Bordeaux, Frankreich │ 2004 1.Preis IOC Kunstwettbewerb Nationaler Vorentscheid „Kunst und Sport“ │ 2008 Arbeitsstipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt │ zahlreiche Ausstellungen der Arbeiten u.a. 2000 in der University of Arts Philadelphia,USA, der Rock and Hamper Gallery, New York, USA, der Fakuldade de belas artes da universidade de Lisboa, Portugal sowie dem Skulpturenpark Dietzenbach │ 2006 im Museum der Bildenden Künste, Leipzig │ 2008 in der Galerie im Volkspark, Halle/Saale, der Zern Galerie Berlin sowie 2009 in der Villa Oppenheim, Berlin, in der Hamish Morrison Galerie, Basel, Schweiz, sowie bei der Preview in Berlin │ 2015 Kunstpreisträger des Landes Sachsen-Anhalt und 1. Platz beim Kunst-am-Bau-Wettbewerb zum Finanzamt Halle (Saale) │ lebt als freischaffender Künstler in Halle (Saale)