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Nadine Podewski

Arbeitsstipendium
Januar – Juni
2014

Grenzgänge zwischen Kunst und Design

Für ihre Porzellanobjekte hat sich Nadine Podewski von der faszinierenden Welt der Nomaden- und Bauernteppiche inspirieren lassen, die auch heute noch an eine traditionelle Lebensweise erinnern, in der ein einfaches und erfülltes Leben in der Familie fundamental sind, das aber auch ständig von Armut bedroht ist. Die Nomaden besitzen nur das, was ihre Tiere tragen können, darunter Zeremonialobjekte und verschiedenste Arten von Knüpf- und Webprodukten. Letztere haben einen wichtigen Platz in ihrem Leben: Sie haben diverse praktische Funktionen, sind aber auch Ausdruck der Wertschätzung, werden bei Festen ausgelegt, verschenkt, zum Gebet ausgerollt. Die Teppiche entstehen als streng gegliederte Gemeinschaftsarbeit, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt. Unter Gesängen entstehen sie.
Ausgehend von der inneren Bedeutung der Teppiche und ihrer Verwendung in den Familien entwickelte Nadine Podewski ein auf mit Teppichmustern bedruckten Porzellanplatten stehendes Set aus drei Porzellanteilen – weiß, grau und lachsfarben. Es besteht aus Aufbewahrungsgefäß, einem Teller und einem Trinkgefäß. Matte und glasierte Flächen wechseln einander ab, wobei erstere für das nomadische Leben stehen, zweitere die Wertschätzung für das Miteinander unterstreichen sollen. Das Trinkgefäß hat formal Parallelen zu einem Kelch, wie er bei Zeremonien verwendet wird.
Durch die Verwendung nomadischer Teppichmuster möchte Nadine Podewski auf die Unvergänglichkeit trotz hoher Beanspruchung, auf die ursprüngliche Lebensweise mit Traditionen und Riten aufmerksam machen.

Vita
1982 geboren │ 2004–2012 Studium Glas- und Keramikdesign an der Burg Giebichenstein – Kunsthochschule Halle │ 2010 1. Preis beim Progetto Millennio – Internationaler Glasdesign-Wettbewerb │ Ausstellungsteilnahmen: 2010 Berlin: Königliche Porzellan-Manufaktur sowie Triest: Studio Tommaseo │ lebt als freischaffende Künstlerin in Halle (Saale)