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Nina Hannah Kornatz

Malerin

Internationales Arbeitsstipendium
St. Petersburg
Oktober – Dezember 2015

Temporary Rage

Nicht zuletzt beeinflusst durch die Geschichte Ihres Großvaters – der trotz russischer Kriegsgefangenschaft eine große Liebe zu Land und Sprache entwickelte – beobachtet Hannah Kornatz seit einigen Jahren die Kunstszene in Russland. Während ihres Stipendiums stellte sie sich vor Allem die Frage, wie zeitgenössische Kunst in Russland funktioniert und wie sie von der Bevölkerung wahrgenommen wird. Gespräche mit Künstlern vor Ort führten sie immer wieder auf das Thema Revolution, das schließlich auch ihre eigene Arbeit beeinflussen sollte. Nach dem Vorbild von Delacroix’ Gemälde „La Liberté guidant le peuple“ erarbeitete sie ein großes Wandbild mit dem Titel „Temporary Rage“. Durch wirtschaftliche Sanktionen des Landes war sie in ihren gewohnten Arbeitsmaterialen jedoch eingeschränkt und beschloss kurzerhand, statt der eigentlichen Leinwand die Abdeckfolie des Atelierbodens als Malgrund zu nutzen. Acryl- und Ölfarbe auf Plastikfolie versprechen jedoch nur eine kurze Lebensdauer des Kunstwerkes, da Transport und Konservierung ohne Verluste unmöglich sind. In einer Abschlussperformance zerschnitt sie daher das Gemälde, um die einzelnen Teile – 61 Stück, der Anzahl ihrer in Russland verbrachten Tage entsprechend – gegen künstlerische Arbeiten ihrer neuen russischen Bekannten einzutauschen. Die eingetauschten Objekte und eine filmische Dokumentation der Aktion werden in Ausstellungen zu sehen sein.  
Arbeitsstipendium
März – August 2013

Brot und Spiele

Was macht die Faszination des Sports in der heutigen Gesellschaft aus und welche Parallelen lassen sich zur Kunst ziehen? Die Malerin Nina Hannah Kornatz ergründete das Phänomen von der Sinnsuche des Einzelnen, des Kollektivs, und die Rolle der gewinnorientierten Industrie im Hintergrund. Die Suche nach einer Figurensprache der Sportwelt veranlasste sie, neben den ihr „gewohnten“ Wegen der Malerei andere Medien wie die Zeichnung und Installation auszuloten. Es entstanden Ölbilder und Collagen, die die religiöse Konnotation der Medienbilder im Sport aufgreifen. Die Verknüpfung von Sport und Kunst vollzog sie schließlich in einer installativen Arbeit: einer Serie von Fanschals mit den Namen bedeutender zeitgenössicher Künstler. Kern ihres Zyklus bilden drei aufwendige großformatige Ölmalereien zum Thema Fankult. Sie stellen Fragen zur Symbolkraft von vermeintlich Alltäglichem, zur Ideologieanfälligkeit des Menschen, zur Subtilität des Kapitalismus und zur Heldenverehrung als Kanalisierung spiritueller Energien.
Vita
1985 in Bad Nauheim geboren | 2004 Praktikum in der Werkstatt für Gemälderestaurierung im Historischen Museum Frankfurt am Main | 2005 – 2006 Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | 2006 – 2012 Studium der Malerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle | 2010 ERASMUS - Stipendium und Auslandsaufenthalt an der Akademie der Künste Wien | Atelierstipendium, 'A room that …' in der Baumwollspinnerei Leipzig | lebt und arbeitet in Halle (Saale) Ausstellungsbeteiligung (Auswahl) 2012 SonderfART, Galerie Filser und Gräf, Halle/Leipzig/München 2011 Nackt ist keine Tatsache, Galerie gernegroß, Halle 2010 Marie the Ninth Passenger, Kunstraum am Schauplatz, Wien