Im Rahmen des Stipendiums wurde das Projekt „…wie in einer Oper!“ begonnen. Ziel ist ein Porträt der halleschen Oper aus der Perspektive ihrer Beschäftigten. Dafür wurden bislang Interviews und Fotografien im Malsaal, in der Requisite, an der Pforte, im Künstlerischen Betriebsbüro, in der Statisterie sowie mit einer FSJlerin, einem Praktikanten, dem Intendanten, einer Regieassistentin, zwei Chefdramaturgen, einem Theaterplastiker und einem Kulturjournalisten geführt. Die Recherche soll künftig auf weitere Bereiche, insbesondere die musikalische Seite und das Vorderhauspersonal, ausgedehnt werden. Die Gespräche dauerten meist etwa 30 Minuten und wurden durch einen Fragenkatalog strukturiert. Besonders ergiebig waren die sich daraus entwickelnden offenen Gespräche, die umfangreiches Textmaterial für die zeichnerische Bearbeitung lieferten. Die Auswahl und Verdichtung der Aussagen ist ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Im Förderzeitraum entstanden mehr Zeichnungen als ursprünglich angekündigt. Da das Projekt jedoch von Anfang an langfristig angelegt war und sich im Verlauf erweitert hat, ist bislang lediglich ein erster Ausschnitt realisiert. Ursprünglich war für jede Person eine Seite vorgesehen. Die Arbeit zeigte jedoch, dass mehrere Seiten erforderlich sind, um den jeweiligen Persönlichkeiten und Geschichten gerecht zu werden. Neben bereits abgeschlossenen Bildstrecken existieren daher vorläufige Zeichnungen, Entwürfe und noch unbearbeitete Interviews. Einige Arbeiten sollen weiter verfeinert werden. Die Zeichnungen sind mit Bleistift, teilweise zusätzlich mit Tusche, auf 24 × 18 cm großen Blättern ausgeführt. Als Vorlagen dienten eigene Fotografien sowie recherchiertes Bildmaterial, das die Inhalte der Gespräche ergänzt und veranschaulicht. Verwendet wurden unter anderem Motive aus dem Musical „Annie“, historische Fotografien und Gegenstände aus dem Arbeits- und Lebensumfeld der Interviewten. Die unterschiedlichen beruflichen Positionen und persönlichen Geschichten machen die hierarchisch strukturierte Institution Oper in ihrer ganzen Vielfalt sichtbar. Dabei werden sowohl weniger sichtbare Tätigkeiten, etwa an der Pforte, als auch repräsentative und künstlerische Funktionen berücksichtigt. Das Projekt soll später als Buch veröffentlicht werden.