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Stefan Schwarzer

Grafiker und Maler

Internationales Arbeitsstipendium: Armenien
Oktober 2015

Armenien - Auf den Spuren von Heinrich Theodor Wehle

Zwischen den Zeichnungen Heinrich Theodor Wehles und seinen eigenen Arbeiten erkannte Stefan Schwarzer viele Gemeinsamkeiten. Wehles Teilnahme an einer Forschungsexpedition im Jahr 1802 und dessen frühromantische Darstellungen des Nordkaukasus sind der Ausgangspunkt eines Stipendiums, das die Kunststiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt vergab. Wie einst bei Wehle beeinflussten auch bei Schwarzer die äußeren Umstände eine Kunst, die unmittelbar und spontan entsteht. Bei beiden bestimmt das Arbeiten direkt vor Ort die Ergebnisse. So begab sich der Grafiker quasi in einen Dialog mit dem Landschaftsmaler, wobei ihn vor allem die Aktualität von dessen romantisch geprägter Wahrnehmung Vorderasiens interessierte. Entstanden sind dabei drei Serien von Zeichnungen.
Im Mittelpunkt von Schwarzers Auseinandersetzung stand das Zeichnen im öffentlichen Raum. Täglich lief der Grafiker durch die Stadt, ging geplant ins Ungeplante, wo ihn unvorhergesehene Erlebnisse immer wieder zur Improvisation zwangen. Mit Buntstiften dokumentierte er die Fragmente seiner Wahrnehmung und erarbeitete eine erste, 40-teilige Serie von Zeichnungen. Neben städtischen Erkundungen machte er gemeinsam mit einem Guide zahlreiche Exkursionen ins Umland und begann, während der Autofahrten zu arbeiten. Bedingt durch die unebenen Straßen entwickelte er dabei eine fast stenografische Methode und eine ganz eigene Zeichensprache. Entstanden sind daraus 16 großformatige Bilder, die die in kurzen, vorbeiziehenden Augenblicken wahrgenommene Landschaft festhalten. Eine dritte Serie entstand schließlich bei einer eigenwilligen Entdeckung im Straßenbild Jerewans: selbstgebaute Parkplatzschilder, die an vielen Orten eine Art Stellvertreterfunktion übernehmen; jedes Schild ist dabei ein Unikat. Schwarzer fotografierte sie, um sie später abzuzeichnen. Während seines Aufenthaltes richtete Stefan Schwarzer seine Aufmerksamkeit vor allem auf Fragmente, die etwas über Land und Leben in Armenien erzählen. Abschließend entstand ein Dokumentationstagebuch, das auch anderen die Möglichkeit bieten soll, ihn bei seinen Entdeckungen zu begleiten.

Vita
1984 in Leipzig geboren | 2005 Arbeiten im öffentlichen Raum; Gründung Atelier Nawrotzki in Leipzig; Schulische Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten | 2007 Arbeit als Videoperformer | 2008 Studium Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Studiengang: Malerei / Grafik) | 2011 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes | 2012 Gastsemester, Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart (Studiengang: Bildhauerei Fachgebiet: Video/Performance/Installation) | 2013 Auslandsstudium am Instituto Superior de Arte, Havanna | Ausstellungen u.a. in Berlin, Chemnitz, Havanna | lebt und arbeitet in Halle (Saale)