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Tom Korn

Freischaffender Künstler

Arbeitsstipendium Februar – Juli 2021>/br>

Das lange halbe Jahr der Druckgrafik

Durch das Arbeitsstipendium und der logistischen Unterstützung des Vereins für schwarze Kunst, Dresden, bekam der Künstler die Möglichkeit, sich in verschiedenen Druckwerkstätten auszuprobieren und fortzubilden - ein halbes Jahr Druckgrafiken zu entwickeln und zu realisieren. Der Künstler arbeitete mit der Serigrafie, der Risografie, in verschiedenen Radiertechniken, der Algrafie und dem Bleisatz sowie Linolschnitt und -druck, angeleitet von verschiedenen Tutoren oder intuitiv im Selbstversuch. So konnten in fünf Werkstätten während sechs Arbeitsaufenthalten über 25 Druckgrafiken entstehen. Viele Wochen lang wurden handgezeichnete Druckvorlagen erstellt, zu Motiven recherchiert, Layouts entwickelt sowie Druckgrafiken nachbearbeitet und unterzeichnet. Entstanden sind drei Risografien zu Ikonen des jugoslawischen Brutalismus. Außerdem arbeitete Tom Korn an einer fünfteiligen Serie von Hotelgebäuden im südfranzösischen La Grande Motte. Im Rahmen der Buchdruck-Walz arbeitete der Künstler im Museum für Druckkunst in Leipzig. In der Setzerei wurden verschiedenen Gebäude des Architekten Ludwig Mies van der Rohe mit Messinglinien in der Technik von Tabellensatz als Druckformen zusammengebaut und im Buchdruckverfahren vervielfältigt: Das Denkmal für Rosa und Karl aus Berlin oder die Dessauer Trinkhalle als grafische Essenz auf farbigem Karton. In Leipzig erprobte er ebenfalls in der Radierwerkstatt mit Kaltnadel und verschiedenen Ätzverfahren Bildideen in Druckvorlagen umzusetzen. Dabei entstanden einige Ansichten des Leipziger Wintergartenhochhaus oder des slowakischen Kioskmoduls K67. Der besondere Antrieb lag hierbei durch die Darstellung von Architekturikonen der 1970er in einer Technik aus dem 15. Jahrhundert. Die aufkommende Idee einer Serie der elegantesten DDR-Hochhäuser in Tiefdrucktechnik wurde während seines Arbeitsaufenthaltes in der Grafikwerkstatt Dresden um ein zweites Motiv bereichert. Das ehemalige Hotel Newa in der Prager Straße. Im Linoldruck entstanden Werke mit Motiven der regionalen und internationalen Moderne bis zum Format von 100 x 70 cm. Zwei Architekturmotive aus Lyon wurden in eine fotografische und eine flächige Druckvorlage separiert und 2-farbig in der Technik Algrafie auf Büttenkarton gedruckt.
Vita
Im1968 in Köln geboren | 1984 – 1987 Ausbildung zum Schriftsetzer | seit 1997 Organisation verschiedener Kunstausstellungsprojekte und Kunstfestivals | 2014 Kunst-Förderpreis des brandenburgischen Ministeriums für Kultur, Wissenschaft und Forschung | seit 2014 Künstlerreisegruppe studio +/- und Zusammenarbeit mit Studio 114 | lebt als freischaffender Künstler in Havelberg