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Uta Siebert

Grafikerin

Arbeitsstipendium
April – September 2008

Zyklus von Zeichnungen

Es sind eher undurchsichtige Personen, denen man im Film Noir der 40er und 50er Jahre begegnet, manchmal moralisch fragwürdig und oft geheimnisumwoben. Genau diesen Charakteren begegnet man wieder in den Zeichnungen von Uta Siebert. Den Ausgangspunkt ihrer Arbeit bilden Filmstandbilder dieses Genres, die die Künstlerin zerschneidet und in Collagetechnik neu zusammenführt. Die auf dieser Grundlage angefertigten Bleistiftzeichnungen scheinen die den Filmszenen zugrunde liegende psychische Struktur geradezu zu destillieren: Aus ihren Kontexten gerissen wirken die Protagonisten in den filigranen Zeichnungen fremd, die landschaftliche Umgebung ist ihnen undurchdringbar. Gestellten Szenen vergleichbar werden in den Zeichnungen verschiedene Einstellungsgrößen des Films erkennbar: Die Protagonisten in Nahaufnahme, Halbtotale, Großformat. Die Ergebnisse des Arbeitsstipendiums wurden in einer Ausstellung in der Galerie dieschönestadt, Halle (Saale), präsentiert. Unter dem Titel „Safari“ wurden die Besucher auf eine Reise durch eine fremde, traumartige Landschaft geführt.
Aufenthaltsstipendium
Ahrenshoop
Oktober 2016

Meeresrauschen

Während des Aufenthalts in Ahrenshoop hat die Künstlerin das Meer als Sehnsuchtsort erkundet und den Ort als Spiegel menschlicher Wünsche, sehnsüchte und Ängste thematisiert. Entstanden sind fünf Bleistiftzeichnungen im länglichen Format (28 x 41 cm), die sie durch Zeichnungen mit Figuren und Bildfragmenten aus Magazinen, Filmstills und alten Stichen rund um das Thema Meer ergänzt hat. Collagenartig wurden die Elemente zusammengeführt. So sind Zeichnungen entstanden, die das Rauschen des Meeres und den Sturm und seine Bewegungen bildlich spürbar werden lassen. Dazu hat die Künstlerin mit Grafitstaub experimentiert. Der Staub wurde zu Beginn auf das Zeichenpapier aufgebracht und verwischt. Diese Spuren wurden dann wiederum zur assoziativen Ausdeutung von Motiven genutzt. Hauptmotive sind jeweils drachenartige Wesen oder Meerestiere. Bildgebend waren hier vor allem Abbildungen von Galionsfiguren mittelalterlicher Schiffe, die zum Teil mit anderen Meerestieren kombiniert wurden. Der Mensch, der sich in Anbetracht der Größe und Wucht des Meeres klein vorkommt, wird in Uta Sieberts Zeichnungen eher untergeordnet dargestellt. Sie spielt damit auf die Übermacht der Natur und den immer währenden Versuch des Menschen an, diese Macht zu bannen und für eigene Zwecke nutzbar zu machen.
Vita
1973 in Hamburg geboren | 1995–1998 Studium an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle (Saale) | 1998–2003 Studium an der Universität der Künste (UdK) Berlin | 2003–2005 Meisterschülerin, UdK Berlin | 2003 Förderstipendium Bildende Kunst der Stadt Altena/Westfalen | seit 2002 verschiedene Lehraufträge für Zeichnen und Druckgrafik (Universität Dortmund, UdK Berlin) | 2006 Dozentin an der Sommerakademie Leipzig | 2008/2009 Referentin an der HKD Burg Giebichenstein Halle | Uta Siebert lebt und arbeitet in Halle (Saale)   Einzelausstellungen Galerie Delikatessenhaus, Leipzig, 2011 Unterholz, WW (Schaubühne Lindenfels), Leipzig, 2010  Safari, Artrepco Galerie, Zürich und Galerie dieschönestadt, Halle, 2009              Plantagen, Artrepco Galerie, Zürich und Whitespace, Zürich, 2006             Planten un bloomen Galerie Emmanuel Post, Leipzig, 2006   Gruppenausstellungen (Auswahl) freeze frame, Gloria Berlin, Berlin, 2011            Centre d´art contemporain (CAN), Neuchâtel, 2009          Art Rotterdam (mit Galerie Artrepco), 2009       tales of flames, Künstlerhaus Bethanien, Berlin, 2008 3+3, Onetwenty gallery, Gent und Artrepco Galerie, Zürich, 2008