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Nachen

Reinhard Rex -Malerei und Objekte | Benjamin Borisch - Fotografie

Ein Nachen (althochdeutsch: Nahho, germanisch Nakwa, indogermanisch Nagua) bezeichnet ursprünglich einen Einbaum, ein kompaktes, flaches Boot bzw. Kahn für die Binnenschifffahrt.

Reinhard Rex, Malerei, Objekte: Man findet bei Ihm Materialien, die bereits Benutzung, Abrieb und fast Zerstörung fanden, ihre Patina und Zerfall ist gerade der Stoff, entweder Idee oder aber Verwandlung und Umwandlung. So sind da: Plastikfolien, gefärbt und durchlöchert, alte Wellpappe, Lehm und Kalk als Pigment. „Das Erdenschwere soll zum Ausdruck kommen und mit der Erdenschwere auch das menschliche Dasein. Wie ist es um das menschliche Dasein bestellt?“ R. Rex. In anderen Arbeiten zeigt er den Holzschnitt. Es ist gerade diese Technik, das schneiden in Holz, die Entscheidung zwischen Schwarz, Weiß und ob geplant, oder mit etwas Glück, die samtenen Grautöne. So schneidet er ohne große Vorzeichnung, gelingt es, oder wird es ein Stück Holz für den Ofen. Den sicheren Weg geht er dabei nicht. Parallel zu Malerei Grafik Objekt, entsteht die Holzplastik. Zu bemerken ist hier, dass der Entstehungsprozess und das letztendliche Aussehen der Form und ihrer Oberfläche, ohne Schnörkel und getrimmtem Schliff stehen und so direkt den Arbeitsprozess mit Stecheisen, oder Kettensäge nachvollziehbar machen. M. P. Sidorow

Benjamin Borisch, Fotografie
Treibgut, Fundstücke. Das Finden besonderer Orte und Gegenstände mit all Ihren Geheimnissen, ist eine wichtige Passion in meiner Arbeit. Mich interessieren durch den Zeitlauf bedingte Transformationen in der Natur. Durch das Arbeiten der Naturkräfte sind Treibgut und Fundstücke – in Abhängigkeit zur Zeit – markanten Veränderungen ausgesetzt. Es entstehen Bilder, welche belegen, wie die Natur ihr Terrain verändert oder zurückerobert. Die Bildgegenstände haben mitunter lange Wege hinter sich, wie bei einer Flaschenpost – ich versuche in Ihren Spuren und Deformationen zu lesen. B. Borisch
„Der Einfluss, den der Mensch auf die Natur ausübt, und die Reaktion der Natur darauf bilden ein ambivalentes Wechselspiel, das den relevanten Warenfetischismus unserer Zeit aufzeigt. Die Abgründe dieser Entwicklung zeigen sich in den Werken Borischs, durch den temporalen Faktor transformiert, und in die Natur integriert, als melancholischer Spiegel des menschlichen Seins, der den Betrachter auffordert, das eigene Handeln jeden Tag aufs Neue zu reflektieren.“ C. Zimmerman

„Nachen“ – Reinhard Rex und Benjamin Borisch
in der Reihe „Kunst im Funkhaus“
22. Februar -31. März 2017
Elbfoyer des MDR LANDESFUNKHAUSES
SACHSEN-ANHALT
wochentags von 10-18 Uhr sowie Sa und So 11.30-15 Uhr
Eintritt frei

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