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„Unsere russischen Jahre“

Simone Trieder im Gespräch mit Zeitzeugin Gisela Franke

Die heute 93jährige Chemnitzerin Gisela Franke gehört zu einer der Familien, die im Oktober 1946 in einer Geheimaktion von sowjetischen Militärs in die Sowjetunion verschleppt wurden. Die Väter der sogenannten „Spezialistenfamilien“ waren Ingenieure und Techniker der Flugzeug- und Maschinenindustrie – eine lebende Reparation aus der Sowjetischen Besatzungszone auf unbekannte Dauer.

In ihrem 2018 erschienen Buch „Unsere russischen Jahre“ erzählt die Autorin Simone Trieder die Geschichten und Schicksale dieser Menschen, basierend auf dem Tagebuch ihrer eigenen Mutter. Mit weiteren Stimmen von Zeitzeugen entsteht ein Kaleidoskop der fünf bis acht Jahre Russlandzeit, die von den Kindern der verschleppten Spezialisten sehr unterschiedlich erlebt wurden. Damit wird ein bisher nahezu vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte detailliert beleuchtet.

Eine Zeitzeugin, die auch im Buch zu Wort kommt, ist Gisela Franke aus Chemnitz. In dem von der Autorin moderierten Zeitzeugengespräch wird sie erzählen, unter welchen Bedingungen sie acht Jahre lang Kinder unterrichtete, zuerst zu Hause am Küchentisch, dann in einer Schule. Anhand von Bildern und Dokumenten wird sie aus dem russischen Zeit erzählen, von den Spezialisten, die teils auch unterrichteten, vom Winter bei Minus 40 Grad, von den Sorgen der Mütter und der lähmenden Angst nie wieder nach Hause zurückzukehren. Gisela Franke ist nicht nur aufgrund ihres Alters eine spannende, einzigartige Zeitzeugin: sie hat beide Generationen erlebt, die der Spezialisten und die ihrer Kinder.

An diesem Abend wird die Autorin einige Ergebnisse ihrer Erkundungen vorstellen und mit der Zeitzeugin Gisela Franke im Gespräch sein.

 

„Unsere russischen Jahre.
Die verschleppten Spezialistenfamilien“

Zeitzeugengespräch mit Gisela Franke
zum Buch von Simone Trieder
2. September 2019, um 19.00 Uhr

 

TIETZ – Kulturbetrieb der Stadt Chemnitz
Volkshochschule Chemnitz
Moritzstr. 20, 09111 Chemnitz

weitere Informationen zur Publikation gibt es auf der Website des Mitteldeutschen Verlags

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