Simone Distler: Naturstücke

Nichts prägt nachhaltiger, als die eigene Erfahrung. Daher soll den Kindern Naturerfahrung, kombiniert mit dem Naturstudium nahegebracht werden. Die Komplexität der Pflanzenwelt wird entdeckt und künstlerisch festgehalten. Im Garten, Park oder Waldstück gehen die Kinder auf Tuchfühlung mit Bäumen, Pflanzen und Gräsern – sie nehmen sie sinnlich wahr. Es gilt zu entdecken, auf Geräusche zu achten, zu riechen, Oberflächen der Rinden, Blätter zu betasten. Jeder beobachtet solange, bis er etwas findet, das ihn staunen lässt, neugierig macht und gefällt. Ausgerüstet mit einer Arbeitsunterlage und Papier wird das Entdeckte nun mit dem Stift abgerieben. Feinste Adern, Strukturen und Muster erscheinen und werden grafisch sichtbar. Es entsteht eine Frottage, die etwas von der Schönheit der Natur festhält und auch noch im Nachhinein an die Naturerfahrung erinnert. Die Teilnehmer_innen arbeiten mit unterschiedlichen Zeichenpapieren sowie Härtegraden von Bleistiften und Graphitkreiden und verstehen dadurch, wie diese das Ergebnis beeinflussen.

 

Andrey Bobb: Mustergenerato

Andrey Bobb hat eine Technik entwickelt, mit der ein geometrisches Ornament in unendlicher Variation erstellt werden kann – eine Sprache für die Gestaltung eines Ornaments. Ziel ist, einen bestimmten logischen Weg von der intuitiven zur rationalen Denkweise zu lehren. Erworbenes Wissen ist der Kern, auf dessen Grundlage eine weitere unabhängige Entwicklung und Anwendung dieses Prinzips sowohl direkt in der Kunst als auch in anderen Bereichen der menschlichen Tätigkeit möglich ist. Die Teilnehmer_innen erhalten die Kenntnisse und die Fähigkeit, dekorative Oberflächen professionell zu modellieren, indem sie die Modellierungssprache verstehen und anschließend befähigt sind, selbst eigene Muster zu kreieren. Dazu sind nichts weiter nötig als ein Bleistift und ein kariertes Notizbuch.

 

Bernhard Elsässer: Poesie der Dinge – Kinder machen aus Fundstücken Schmuck

Wir sind von unterschiedlichsten Dingen umgeben, aus denen Kunst entstehen kann. Um dies zu erforschen, sammeln die Kinder und Jugendlichen Gegenstände und können daraus ihr ganz persönliches Schmuckstück herstellen: Aus Fundstücken wird Schmuck! Bei einem Atelierbesuch gibt es zunächst einen Einblick in das gestalterische Arbeiten von Bernhard Elsässer und eine altersgerechte Einführung in das Thema, um das Bewusstsein für die uns umgebenden Dinge zu schärfen. Dann wird es die Aufgabe sein, Objekte für das Schmuckstück zu sammeln. Im anschließenden Workshop werden aus den zusammengetragenen Dingen Schmuckstücke gebaut. Arbeitsstationen wie Bohren, Schleifen usw. können durchlaufen werden. Am Ende geben alle Teilnehmer_innen dem eigenen Werk einen Namen und werden zur Dokumentation damit fotografiert.

Jenny Rempel: „Die Zeit fährt Auto, doch kein Mensch kann lenken“

Die Worte Erich Kästners befassen sich mit Zeit und Schicksal. Sie oder andere Texte und Gedichte zum Thema Zeit sind Ausgangspunkt für die künstlerische Beschäftigung der Kinder und Jugendlichen. Ihre eigenen Interpretationen dazu werden sie in comicähnlichen Stil als mehrteilige Tonplastiken modellieren. Dafür steht ihnen eine ganze Bandbreite an Werkzeugen – von alten Druckereibuchstabensätzen bis zu Stempeln und Modellierwerkzeugen – die sich in Ton abdrucken lassen, zur Verfügung. Die künstlerische Herausforderung ist, Plastik und Grafik, Erzählstruktur und zeitlichen Ablauf der kleinen Geschichten im Relief zu verbinden. Das plastische Arbeiten regt das mehrdimensionale Denken der Kinder und Jugendlichen an.

6. Jahresablesung

Das Warten hat sich gelohnt! Nach einer kurzen Pause startet die Kunststiftung erneut ihre Reihe der Literaturnächte mit einer noch nie dagewesenen virtuellen Bühne, da zur Zeit keine größeren Veranstaltungen stattfinden dürfen. Wir heißen die Liebhaber der Literatur zur 6. Jahresablesung am 28. Mai 2020 um 19 Uhr per Livestream herzlich willkommen! Unsere Autoren werden Teile aus noch unveröffentlichten Romanen, sentimentale Gedichte oder fesselnde Erzählungen vorlesen, die im Rahmen von Arbeitsstipendien der Kunststiftung entstanden sind. Mit dabei sind Susanne Wiermann, Matthias Jügler Klaus-Rüdiger MaiWahid Nader, Marco Organo und André Schinkel. Moderiert wird die Veranstaltung von der MDR-Kulturredakteurin Anne Sailer. Den Link zu der Veranstaltung veröffentlichen wir zeitnah auf unserer Homepage. Wir würden uns freuen, wenn Sie dabei sind! Hier können Sie die Veranstaltung im Livestream verfolgen.

Friederike Nottrott: Make Love Not War – Seedbombs (+ Guerilla Gardending)

Friederike Nottrott wird mit den Kindern und Jugendlichen Brachflächen bombardieren. Richtig gelesen! Mit Saatbomben. Geworfen, verschönern sie unsere grauen Städte. Seedbombs sind kleine Kugeln aus Tonerde und Saatgut. Damit können brachliegende Flächen begrünt und verschönert werden. Gleichzeitig dienen die wachsenden Pflanzen als Futterquelle für Insekten. Wie Seedbombs entstehen und man sie selbst baut, finden die Kinder und Jugendlichen in dem Workshop heraus.

Judith Runge: Zoo-Utopia

Aus Müll wird Kunst! – Aus Kunststoffmüll, Verpackungen, alten Spielzeugteilen, Tüten, etc. werden in Verbindung mit Pappmaché fantasievolle Meereskreaturen, Korallen oder Mutanten. Mit der Künstlerin Judith Runge werden sich die Kinder vorstellen, dass die Tiere nicht nur unter der Vermüllung leiden, sondern anfangen, sich die Dinge zu Nutze zu machen, ihnen skurrilste, eigentümlichste, aberwitzigste Funktionen geben. Mit Spaß und Freude errichten die Kinder ihren eigenen Zoo aus bizarren Unterwasserbewohnern.

Ilko Koestler: gespiegelte Ritzungen

„Immer in Eile“ – so wirken die Menschen auf den Straßen einer Großstadt. Spontan werden Momentaufnahmen mittels flinker Striche auf eine Holzplatte gezeichnet. Später werden sie mit diversen Werkzeugen nachgezeichnet und auf Japanpapier gedruckt. Findet das Angebot in Halle statt, kann zunächst das Atelier des Künstlers Ilko Koestler besucht werden. Eingeladen sind alle Heranwachsenden, die Lust auf Kritzeln haben oder einfach nur neugierig auf die Technik Holzschnitt sind.

Wiebke Kirchner: added collage

Jeder Teenager besitzt und benutzt es: Das Smartphone. Wiebke Kirchner zeigt den Jugendlichen, wie man mit dem alltäglichen Gerät künstlerische Fotografien machen kann. Zuerst bauen sie gemeinsam aus vorhandenen „Requisiten“ skurrile Objekte und schauen, wie diese sich bei Perspektivwechsel im Foto verändern. Die fotografischen Experimente werden dann noch erweitert: Plexiglasstücke oder Folie, in das einfallende Licht oder vor die Linse gehalten, tauchen das Bild in eine andere Farbe.  Außerdem verrät die Künstlerin, welche angesagten Bildbearbeitungsapps verwendet werden können. Schließlich können die entstandenen Fotos auf den Social Media Accounts der Teilnehmer_innen geteilt werden.

Lucie Göpfert: Die lange Reise MEINES roten Ballons

Ganz gleich ob Tagträumerei, verrückte Gedanken oder spannende Geschichten – all die Ideen der Kinder werden in einem selbst gebastelten Bilderbuch integriert. Die Kinder setzen erfundene Figuren und Charaktere zeichnerisch in Szene. Seite für Seite entwickelt sich die Geschichte in Wort und Bild oder auch nur im Bild, das Buchcover wird gestaltet und die einzelnen Seiten zum Schluss mit Buchschrauben aneinander montiert. Mit simplen Mitteln erleben die Kinder, die Arbeitsschritte von der ersten Idee bis zum gebundenen Buch.

Andrea Flemming: Gebaute Landschaft – Glasfusing

In diesem Workshop werden die Teilnehmer_innen einen eigenen Entwurf in Glas verewigen. Im ersten Teil entstehen Collagen aus Tonpapier, um den späteren Bildaufbau zu entwickeln. Geometrische Formen, Landschafts-, Tier- oder andere Motive können entstehen. Im zweiten Teil werden diese in das Endmaterial Glas umgesetzt. Dazu werden verschiedene Glasformen und -farben verwendet, durch deren Schichtungen das farbige Motiv entsteht. Die Bilder werden dann in einer Firma in einem Fusingofen verschmolzen und können später abgeholt werden. Im Vordergrund des Workshops steht der Umgang mit Farbe, Licht und Raum. Feingefühl und Achtsamkeit sind sehr gefragt.

Simon Horn: Geheimnisvolle Formwelten

„Traumarchitekturen“ werden entstehen! Dazu muss man überhaupt erst einmal wissen, was denn alles möglich ist. So werden zunächst gemeinsam diverse Hausformen angeschaut. Anschließend machen die Teilnehmenden einfache Skizzen „ihres“ Hauses. Von diesen fantastischen Entwürfen werden dann u. a. mit Holz, Fundstücken, Plastik Müll usw. Formen gebaut, die mit Gips ausgegossen werden. Wird zuletzt die „Bauhülle“ entfernt, ist das Objekt fertig. Die Teilnehmenden lassen ihrer Fantasie und Inspiration freien Lauf. Es gibt kein richtig, kein falsch, keine Grenzen – nur Lust und Mut, Ideen kreativ umzusetzen.

Josefine Cyranka: Manga, Sushi, Hokkaido – ein Kunsttrip nach Japan

Ein Kunsttrip nach Japan: Anhand von Fotos erzählt die Künstlerin über die spannende Geschichte des Landes. Für den Gaumen gibt es auch etwas: Josephine Cyranka wickelt mit den Kindern traditionelle Sushis. Mit einem großen Pinsel und echter Tusche wird viel gezeichnet und Kirschblüten werden präzise unter die Lupe genommen. Schließlich wird auf Japanpapier gedruckt, gestempelt und ein ganz individueller Signatur-Stempel entworfen. Und wenn noch Zeit ist, wird auch noch Papier geschöpft. Die Kinder erhaschen so einen kleinen Einblick in eine fremde Kultur.

 

Rahel Hutter: Musik kennt keine Grenzen

In diesem Workshop dreht sich alles ums Singen, Performen, Musizieren. Eine Woche lang bereiten sich Kinder auf ein Konzert vor, das sie selbst kreativ und aktiv mitgestalten. Sie dürfen Instrumente, wie Klavier, Schlagzeug, Percussion und Gitarre ausprobieren. Gemeinsam werden in verschiedenen Konstellationen/Bands Stücke erarbeitet und geprobt. Nach der Generalprobe gibt es am 5. Tag den großen Auftritt, bei dem Familie, Freunde und Lehrer herzlich willkommen sind.

Katja Jaroschewski: „mein eigener Planet“

Wir schreiben das Jahr 2050. Die Erde ist allmählich nicht mehr bewohnbar und der Mensch ist gezwungen, sich neu zu orientieren und letztendlich umzusiedeln. Mit Pappmaché, Holz und Fundstücken gestalten die Kinder und Jugendlichen ihren kleinen Planeten. Dabei sollen Wünsche, Träume und Vorstellungen von einer eigenen Welt geweckt und die Fantasie zur individuellen Umsetzung angeregt werden. Die kleinen Planeten, die entstehen, werden durch batteriebetriebene Spiegelkugelmotoren in Bewegung gesetzt. Die Teilnehmer_innen können in diesem Projekt herausfinden, was ihnen in einer neuen Welt wichtig ist und eine eigene bildnerische Formsprache entwickeln.

Christoph Liedtke: Wir kunsten

Hier gibt es keine Grenzen! Es wird bunt, es wird schrill und es wird verrückt. Kinder und Jugendliche haben die Gelegenheit, gemeinsam all ihre Gedanken, Ideen, Messages oder auch Ängste auszudrücken. Die von den Teilnehmer_innen selbst erwählte Thematik setzen sie künstlerisch um. Dabei darf es ruhig abstrakt werden. Die Kinder und Jugendliche probieren sich aus und experimentieren mit Form, Farbe und Material. Dafür stehen ihnen riesige Leinwände, Material und das Werkzeug zur Verfügung. An der Seite stets der Künstler Christoph Liedtke als Mentor. Anschließend besteht – wenn gewünscht – die Möglichkeit, die Werke im Blech (Raum für Kunst Halle e. V.) auszustellen.

Timm Höller: Graffiti Workshop

Zu Beginn wird der Künstler kurz über die Geschichte des Graffiti Writing im Zusammenhang mit Hip-Hop erzählen. Davon inspiriert, werden die Kinder und Jugendlichen selbstständig eigene Skizzen anfertigen und Schriftzüge erproben. Zum Finale gestaltet die Gruppe gemeinsam eine Wand – z. B. mit Messages an die Gesellschaft in verrückten Schriftzügen. Also: Wenn sie, z. B. in ihrer Schule, eine Wand haben, die förmlich nach Gestaltung ruft – hier ist das ideale Projekt.

Sarah Deibele: Das Märchen von Bleistift, Pinsel und Papierschnipsel

Egal ob verträumte Prinzessin, tapferer Prinz oder gefährlicher Drache: Hier gibt es die Gelegenheit das Motiv der liebsten Märchenfigur in drei unterschiedlichen Techniken zu verewigen. Zunächst wird davon eine schwarz-weiße Bleistiftzeichnung angefertigt, am folgenden Tag eine einfarbige Tusche-Pinsel-Zeichnung und schließlich entsteht eine mehrfarbige Papiercollage. Die Kinder können entdecken, was ihnen besonders liegt: der malerische, der zeichnerische oder der flächige Ausdruck. Sie können vergleichen, wie die Technik das Motiv, den Detailreichtum und die Stimmung des Bildes beeinflusst: Das schult das Auge und lässt spielerisch eigene Stärken erkennen.

Ulrike Zabel: Bewegte Bilder

Gemeinsam mit der Künstlerin erkunden die Kinder die Vielfalt der Zeichnung und experimentieren mit deren unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten: Mit dem Buntstift kann sehr detailreich gezeichnet werden, mit der Aquarellfarbe hingegen können schnell Farben und Formen erfasst werden. Aber Halt! Mit einem feinen Pinsel lässt sich die wässerne Farbe plötzlich sehr konzentriert auftragen. Die Übergänge sind fließend … Jedes Material hat seine eigene Besonderheit und jedes Kind entdeckt, welches zu ihm passt. Gezeichnet werden Motive aus Natur oder Fantasie. Zum Schluss suchen sich alle Teilnehmer_innen eine Farbe aus und gestalten ein Blatt, das Teil einer Gemeinschaftsarbeit wird: Nebeneinandergelegt entsteht ein großer Teppich aus Strichen und Formen.