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Margit Jäschke

Schmuckkünstlerin

Arbeitsstipendium
Mai – Oktober 2007

Haiku

Das Haiku ist eine lyrische Kurzform japanischen Ursprungs: drei reimlose Zeilen mit fünf, sieben und fünf Silben folgen aufeinander. Es wird auch »ein einziger Atemzug«-Gedicht genannt, weil die Schönheit der wirklich gelungenen Haikus darin besteht, dass sie präzis und klar einen flüchtigen Moment einfangen: Wenige Worte lassen im Leser ein ganzes Panorama, im besten Falle ein Gefühl erstehen. Präzis, klar, reduziert und doch eindrücklich – das sind auch Margit Jäschkes Ansprüche an die eigenen Arbeiten. Ihre Schmuckstücke und Objekte soll, wie die besten der Haikus, eine Aura umgeben, die genau den kaum in Worte zu fassenden, oft mysteriösen Moment der Inspiration widerspiegelt, diesen fast sagenhaften Augenblick der Absichtslosigkeit, der Zufälligkeit, der Authentizität, der dennoch hart erkämpft ist.
Aufenthaltsstipendium
Ahrenshoop
Januar – Juni 2014

Versatzstücke

Orte und Häuser tragen Geschichte in sich. Menschen betreten einen Ort, nehmen seine Aura auf und verändern ihn, hinterlassen Spuren und Gravuren der eigenen Geschichte. Die Fakten dieser Begenungen dokumentieren Archive, Ausgrabungen legen Schatzkisten für Entdeckungen frei. Im Rahmen ihres Sonderstipendiums spürte Margit Jäschke dem Fluss der Geschichte des nunmehr 120 Jahre bestehenden Künstlerhauses Lukas in Ahrenshoop nach, um ihr mit eigenen künstlerischen Mitteln ein Gesicht zu geben. Dabei begab sie sich auf die Suche nach neuen Zusammenhängen, Lücken und Offenbarungen und ließ aus Gefundenem wie alten Fotos, Lageplänen und Zeichnungen kleine Schmuckskulpturen entstehen, die sich als Versatzstücke wie ein roter Faden durch das Haus ziehen.
Internationales Arbeitsstipendium: New York
März – April 2010

Going to Pieces

Genaues Beobachten und gleichzeitig auf den Zufall zu vertrauen, das ist die Grundlage für die New Yorker Arbeiten von Margit Jäschke. Aus Fundstücken wie Ösen, Filzknöpfen und Reißnägeln lässt die Schmuckkünstlerin auf lackierter Wellpappe kleine Skulpturen für das Revers entstehen. Ihre Broschen erzählen präzise und doch immer mit einem Augenzwinkern Anekdotisches über eine Stadt und ihre Oberfläche. Sie verweisen auf konkrete Orte, stehen aber auch ganz allgemein für die inspirierende Heiterkeit New Yorks. Es ist die Beiläufigkeit, in der hier zugleich die Authentizität liegt, denn trotz veredelter Oberfläche sind in den Schmuckstücken und Papierarbeiten von Margit Jäschke Ausgangsmaterial und Inspirationsquellen stets deutlich sichtbar.
Arbeitsstipendium
Mai 2009

Der Begriff Natur - Wandlungen unseres Naturverständnisses und seine Folgen

Die Schmuckkünstlerin war bei den IX. Gaterslebener Begegnungen 2009 eingeladen worden, zum Thema „Der Begriff der Natur“ mit eigenen Arbeiten und mit der Konzeption einer Ausstellung Bezug auf den Ort, dem Leibnitz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung mit seiner einzigartigen Arten- und Samenbank in Gatersleben, zu nehmen.
Vita
1962 in Halle (Saale) geboren | 1983 – 1991 Studium an der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle, Studienrichtung Schmuck | 1992 – 2001 ebd. Lehrtätigkeit | 1996 Einzelausstellung in der Galerie Marktschlösschen, Halle; 1998 in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Albertinum | 2002 Grassipreis der Galerie Slavik, Wien, verliehen im Museum für Kunsthandwerk, Grassimuseum Leipzig | 2003 Einzelausstellung in der Galerie Slavik, Wien; 2006 im Kloster Bentlage, Rheine und 2008 in der Kunsthalle Villa Kobe, Halle | 2016 Bayerischer Staatskunstpreis | lebt als freischaffende Schmuckkünstlerin in Halle (Saale)