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Michael Krenz

Bildhauer

Arbeitsstipendium Januar – März 2018

Sad Set Nr.3

Ausgangspunkt der Arbeit war das Vorhaben, Architekturerweiterungen, wie Applikationen oder Botschaften, symbolhaft darzustellen. Durch die Kombination von plastischen Körpern mit diesen Elementen plante Michael Krenz die Sichtbarmachung von den Unterschieden im tatsächlichen Sein und den Versprechen der modernen Welt. Im Vorfeld hat sich der Künstler mit dem amerikanischen Architekten Robert Venturi inhaltlich auseinandergesetzt. Die 1972 erschienene Publikation „Learning from Las Vegas“ war ein interessanter Ausgangspunkt. Bezugnehmend zur bekannten Aussage Mies van der Rohes „Less is more“ war er es, der postulierte „Less is a bore“. Dieses Mehr im Außen ist verantwortlich für den Gegensatz zum Inneren. Die Verlockungen im Außen stehen der Tristheit im Inneren konträr entgegen. Das Überschreiten dieser Grenze wurde für Michael Krenz zum zentralen Punkt seiner Überlegungen. Er entschied sich, statt einer modellhaften Umsetzung, eine reale Applikation für ein Bauwerk oder einen Raum zu schaffen, die diese Grenze erlebbar macht. Nahe lag die Vorstellung eines Vorhangs, der sich durchschreiten lässt. Das Durchschreiten sollte soweit in die Länge gezogen werden, dass es zu einem Aufenthalt wird. Zum Dasein im Dazwischen. Er entschloss sich eine Maschine zu konstruieren, die einen künstlichen Schneefall erzeugt, die einen innehalten lässt und in der man sich zunehmend im Treiben der Schneeflocken verliert. Ähnlich der Vielzahl verschiedener Schneetypen in der Natur, hat er mehrere unterschiedliche Kunstschnee-Varianten ausprobiert. Seine Wahl fiel auf weiße Papierschnipsel, die, wenn sie aus der Maschine treten, in einer Mischung aus Unbeschwertheit und Unschuld zu Boden segeln. Und dennoch sie fallen, unabänderlich. Die Maschine ist 2 m lang, 50 cm breit und 70 cm hoch. Sie wird an der Raumdecke oder Wand befestigt. Eine 2m lange Bürstenachse wird durch einen Elektromotor angetrieben. Gleichzeitig dreht sich ein Mischwerk innerhalb des Schneespeichers. So wird der Schnee nach außen befördert und fällt taumelnd dann zu Boden. Die Arbeit trägt den Titel „Sad Set Nr.3“.

Internationales Arbeitsstipendium: Shanghai
Januar – Februar 2010

In the Middle of Nowhere

Michael Krenz' Installationen leben von der dramaturgischen Geste, von der emotionalen Verdichtung im Wechselspiel von Form und Farbe. Das Skulpturale ist bei ihm sinnstiftender Genuss zwischen Schock und Schönheit. Mal blockhaft kompakt in formaler Reduktion belassen, mal filigran aufgelöst und detailliert inszeniert, ist Michael Krenz’ Werk immer Ausdruck einer singulären Formensprache. Was er vor allem aus Metall und vor die Augen des Betrachters holt, ist authentisch, unverwechselbar und von hohem Erinnerungswert. In Shanghai hat Michael Krenz sich vorgenommen plastische Objekte zu realisieren, die im Spannungsfeld von Wachstum und Regulation, von Masse und Macht, Formen der Propaganda und Parolen, jenseits ihres Inhalts, ganz im Sinne von „The Medium is the Message“ zu thematisieren.

Vita
1974 in Eisenhüttenstadt geboren | 1993 Abitur | 1994 – 1995 Zivildienst | 1997 – 2000 Lehre zum Metallgestalter, Kunstschmiede Langhoff in Stolpe/ Usedom | 2000 – 2007 Studium an Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle bei Frau Prof. Irmtraut Ohme und Frau Prof. Andrea Zaumseil | Kunstförderpreise der Stadtwerke Halle und Leipzig in den Jahren 2001 und 2004 | 2006 Mitbegründer des Vereins dieschönestadt | 2007 Diplom und Kunstpreis der Stiftung der Stadt- und Saalkreissparkasse Halle | 2008 Lehrauftrag im Fachbereich Plastik/Metall an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Mitbegründer der Galerie dieschönestadt in Halle und Arbeitsstipendium der Arcelor Mittal AG und der Stadt Eisenhüttenstadt | 2009 Realisierung Gedenkstätte Kriegsgefangenenlager Stalag XI-A in Altengrabow nach dem Gewinn des Wettbewerbs der DHL Schkeuditz | Michael Krenz lebt und arbeitet in Halle (Saale). Er hat an mehreren nationalen und internationalen Gruppenausstellungen teilgenommen und zahlreiche Einzelausstellungen gehabt.