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Sylvie Viain

Installationskünstlerin

Arbeitsstipendium Oktober 2019 – März 2020

Song of death - Der Klang der Jurte

Wie stark muss eine Grenze sein, um einen Raum zu kreieren? Dieser Frage ist die Künstlerin Sylvie Viain während ihres Arbeitsstipendiums nachgegangen und hat Klänge als symbolische Grenzlinien verwendet. Sylvie Viain erfand eine Kompositionstechnik bei der die Melodie kreisförmig-repetativ ist und an das Muster eines Jurtendaches erinnert. In einer dreistündigen Performance in der Ausstellung „Matches“ in Leipzig hat die Künstlerin farbige Ziegelsteine ringförmig angeordnet. Diese stellten eine austauschbare Partitur dar. Die Kantenanzahl bestimmte die Grundrhythmik und die Farbe den Ton. Aus dem Farb-Klang-Gleichnis und der Notationstechnik ergab sich eine wiederholende atonale Melodie, die sich zu einer akustischen Mauer erweiterte und dementsprechend zu einer Polyphonie wurde. Die Künstlerin hat diese mit Stimmenexperimenten und instrumentalen Improvisationen begleitet. Um den akustischen Raum zu erforschen, hat die Künstlerin während der Performance ihre Blindheit simuliert. Ein zweiter äquivalenter Raum hat die Besucher zur Partizipation angeleitet und ermöglichte ein Wechselspiel von Isolation und Verbundenheit. Sylvie Viain reflektiert mit ihrer Arbeit die Themen der Erschließung von Räumen, alternative Lebensweisen, die Wirkung von Räumen auf den Gemütszustand des Menschen und das Zelt als Schutzbehausung bei der Flucht und Widerstand.
Vita
1988 in Preetz geboren | 2010 – 2014 Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle im Bereich Malerei | 2014 Auslandsaufenthalt an der EBABX Bordeaux in Frankreich | 2015 – 2018 Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle im Bereich Zeitbasierende Künste – Diplomabschluss | lebt und arbeitet in Halle (Saale)