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Veronika Schneider

Konzeptkünstlerin

Arbeitsstipendium März – Mai 2010 Juni – August 2011

Das ganze Dings

Veronika Schneider arbeitete während ihres Stipendiums an der Grenze zwischen Kunst und Wissenschaft. Aus ihrem an der bildenden Kunst geschulten Interesse an der Entstehung von Körpern und Körperbildern war der Wunsch entstanden, die im unsichtbaren Bereich stattfindenden Vorgänge des menschlichen Körpers zu visualisieren. Während Ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema arbeitete sie eng mit dem Institut für physiologische Chemie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammen und erhielt Einblicke in Labore und Arbeitsweisen der wissenschaftlichen Grundlagenforschung. Über die theoretische Konzeption hinaus faszinierte sie die Ästhetik des Labors, der Geräte, der Arbeitsabläufe, die sie bei ausgiebigen Erkundungen durch das Institut – vom Froschkeller bis zum Glasboden – kennen lernte. Aus der Begegnung des menschlichen Körpers mit molekularbiologischer Sequenzierung entstanden Bilder sinnlich-assoziativer Fragmente. Im Mittelpunkt stand immer die Begegnung zweier unterschiedlich ausgerichteter Disziplinen, die beide mit ihren Mitteln das Leben und das Lebendige erforschen: "Künstler als auch Wissenschaftler imaginieren Erkennbares in dem, was sie sehen. Der Schritt vom Unsichtbaren ins Sichtbare treibt beide an. Das Ganze Dings ist nicht zu fasssen, meine Arbeit bestand darin, es trotzdem zu wagen und Bilder dafür zu schaffen", so die Künstlerin. Bei ihrer Präsentation waren Plastiken, Collagen und Filme zu sehen.
Vita
1980 in Dachau geboren | 2001 – 2008 Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Studiengang Plastik, Studienrichtung Freie Bildhauerei und Bildhauerei/Metall | 2004 Arbeitsstipendium des DAAD an die Kunst- und Designakademie Charkov, Ukraine | 2006/2007 Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien | Mitbegründerin der halleschen Produzentengalerie dieschönestadt (seit 2008) | lebt und arbeitet in Halle (Saale)