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A Snow Eye (AT) – un versehrt // in jured

Im Rahmen des Stipendiums arbeitete die Künstlerin an einer konzeptuellen Fotoserie zum Thema „Verletzung“. Mit ihren Bildern will sie die klare Definition von Verletzung oder körperlichem Makel in Frage stellen. Hilde Panks Fokus liegt auf Menschen die Prothesen tragen. Die Fotografin geht davon aus, dass das Infrage stellen von sogenannter „Behinderung“ für unsere Gesellschaft notwendig ist. Mit ihren Fotos möchte sie einen relevanten Diskurs eröffnen. Der Arbeitstitel „A Snow Eye“ bezog sich auf eine erste Porträtserie über Neeta. Neeta stammt aus Indien und hat seit ihrer Geburt nur ein gesundes sehendes Auge. Das andere ist weiß wie Schnee. Sie kaschiert es permanent mit einer prothetischen Kontaktlinse. Durch die Serie hat sie begonnen, die Kontaktlinse auch in der Öffentlichkeit weg zu lassen und selbstbewusst ihren vermeintlichen „Makel“ zu zeigen. In Indien wäre dies für sie undenkbar gewesen. Neben dem Auge thematisiert die Fotografin Arme, Füße und Haut. Wanda trägt eine Armprothese. Ähnlich wie Neeta versucht sie ihr „versehrtes“ Körperteil unbewusst zu verstecken. Sie trägt meist langärmlige Kleidung und nur im Privaten nimmt sie die Prothese ab. Trotzdem hat sie den Ehrgeiz alles zu können; sie treibt Sport, klettert und tanzt. Ruth trägt eine prothetische Orthese, die ihre Beine verlängert und ihre Füße ersetzt. Sie erlitt eine Blutvergiftung in der frühen Kindheit. Nach langjährigen schwierigen Behandlungen wuchsen ihre Beine nicht weiter. Sie geht damit selbstbewusst um und versteckt ihre Sprungfeder-artigen Füße nicht. Sie liebt es, tanzen zu gehen und bewegt sich ganz gewöhnlich in ihrem Alltag. In ihrem fränkischen Heimatdorf fiel sie auf. Der Ort ist von Tradition geprägt. An Feiertagen trägt manTrachten, so auch Ruth und ihre Familie. Hilde Pank fotografierte sie in aufwändiger Festtagstracht. Justus erlitt bei einem Unfall starke Verbrennungen am ganzen Körper. Nur knapp überlebte er. Nach zahlreichen Transplantationen und langwierigen Behandlungen heilte seine Haut. Die Narben blieben. Nach der Heilung begann eine sehr lebensbejahende Phase für ihn. Er studierte, feierte und tanzte viel. Er ist ein erstaunlich positiver Mensch, der offen seine Narben zeigt und einen selbstbewussten Umgang damit gefunden hat. Die gesamte Serie heißt nunmehr „un versehrt // in jured“, die noch erweitert werden soll. Ziel ist es ein noch komplexeres Bild zu schaffen. Sieben ganz verschiedene Geschichten vom persönlichen Umgang mit „versehrten“ Körperteilen sollen erzählt werden.



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