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„Alan Turing“ – Graphic Novel

Alan Turing war eine ebenso
geniale wie zutiefst tragische Figur des 20. Jahrhunderts. In einer Graphic
Novel hat sich der Illustrator Robert Deutsch nun dem Leben und Werk des
englischen Mathematikers gewidmet. Dabei konzentriert er sich besonders auf die
individuellen Facetten der eigenwilligen Person; anhand von zum
Teil skurrilen Anekdoten aus Turings Biografie entwickelt er jedoch seine
eigene Interpretation der Geschichte. Zeitlich befasst sich der Comicroman
besonders mit den letzten vier Lebensjahren sowie einzelnen wichtigen
Schaffensprozessen und Schlüsselmomenten im Leben des Informatik-Pioniers.
Neben der persönlichen Dimension spielen auch Themen von
gesellschaftlicher Relevanz eine Rolle, so der Zweite Weltkrieg, die
Entwicklung der Kryptoanalyse oder die Auseinandersetzung mit
künstlicher Intelligenz. Besonders aber Turings Homosexualität, ebenso wie
die damit verbundenen juristischen und gesellschaftlichen Restriktionen der
1950er-Jahre, nehmen einen großen Stellenwert ein. So markiert die
schicksalhafte Begegnung und gleichgeschlechtliche Liebesbeziehung mit Arnold
Murray einen entscheidenden Wendepunkt in der Erzählung. Robert Deutsch entfaltet in seiner mit Acrylfarben gezeichneten Graphic Novel
eine einfallsreiche Bildsprache, in deren Metatext es ihm gelingt, aus dem
Klischee Turing eine charakterstarke Figur zu entwickeln. Dabei arbeitet
er durchweg analog, erst bei der Verbindung von Text und Bild spielt der
Computer eine Rolle. Das Stipendium erlaubte ihm unter anderem eine Recherchereise
an die Wirkungsst&aumauml;tten Alan Turings in England. Mit seiner Graphic Novel wurde
Robert Deutsch für den German Design Award 2016 nominiert. 

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