Aufwand

Die gezeigten Grafiken wurden mit einem 3D-Stift erzeugt, einer Art 3D-Drucker, der manuell geführt werden muss. Für Thea Kleinhempel verbindet der 3D-Stift traditionelle Handwerke wie Töpfern und Weben und künstlerische Techniken und Rapid Prototyping. Ursprünglich versprach er die revolutionäre Möglichkeit, Skizzen direkt in den Raum zu übertragen. Dies sollte vor allem Architektinnen und Architekten beim Konzipieren von Räumen helfen. Die Ungenauigkeit und Langsamkeit des Strichs, den der Stift erzeugt, führt jedoch schnell zu Ungeduld und widerspricht somit dem Versprechen, Ideen unmittelbar greifbar zu machen. Um eine bestimmte Qualität einer „Zeichnung“ zu erreichen, muss ein gewisser Arbeitsaufwand investiert werden. Diese Langsamkeit wird so zum direkten Abbild der Zeitlichkeit künstlerischer Produktion. Mittlerweile fungiert der 3D-Stift hauptsächlich als Spielzeug für Kinder oder als Hobby-Utensil und wird hierbei stark unterschätzt. Er knüpft formal sowohl an die Zeichnung als auch an die Malerei an und kann ungeahnte Resultate hervorbringen. Diese können verschiedenste Assoziationen auslösen, aber auch kritische Fragen nach Aufwand, Sehgewohnheiten und Wahrnehmung von Dimensionen aufwerfen. Die Technik baut Brücken zu vielen anderen Disziplinen wie Malerei, Architektur, Textiler Kunst und Design, funktioniert jedoch gleichzeitig als eigenständiges Bildmedium. Die im Experimentieren mit dem Stift entstandene Grafikserie zeigt abstrakte geometrische Konstrukte.
