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Die Vertreibung aus dem Paradies

Der Garten Eden spiegelt die Sehnsüchte des Menschen wider: Er ist
ein geschützter Raum, der perfekte Ort, der keinen Wunsch offen lässt. Dennoch
entscheidet sich der Mensch in der Bibel – trotz angedrohter Strafe – für die
Frucht vom Baum der Erkenntnis und damit für den freien Willen. Seine
Emanzipation bezahlt er mit der Vertreibung aus dem Paradies, dem Einbruch von Widersprüchen in sein einst
sorgenfreies Leben. Er durchlebt Krisen, die aber auch Chancen in sich bergen.

Tatiana Skalko-Karlovski, die sich seit langem mit dieser biblischen
Geschichte beschäftigt, thematisiert in ihren Arbeiten den gelobten Ort. So verschieden
wie die Mängel, die Menschen in ihrem Leben empfinden, so verschieden die Vorstellungen vom
Paradies. Wie sieht es also für die muslimische Frau aus (das Modell mit 99 Jungfrauen für Männer ist
bekannt), für Menschen aus armen, von Krieg und Korruption geplagten Ländern,
für Kommunisten, die an der
Umsetzung ihrer Gesellschaftsvision scheiterten, für Wissenschaftler, die immerwährende Jugend, den perfekten
Menschen propagieren? Alle sind auf der ewigen Suche nach dem perfekten Ort,
den es nicht gibt.

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