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Fließende Welt

Vergleichen
lässt sich Martin Bozenhards Arbeit vielleicht mit einem Blick in den Himmel:
So wie die sich verändernden Wolken zu freien Assoziationen anregen, verführen
die zahlreichen Details seines großformatigen Wandbildes zum Gedankenspiel. Die
170 mal 300 Zentimeter große Jacquardweberei mit dem Titel „Fließende Welt“,
die scheinbar immer neu sich bildenden Muster, Motive und Verweise, versteht
der Künstler als eine Hymne auf den Eklektizismus der Gegenwart und die
pluralisierte, globale Gesellschaft. In dem gewebten Bild mischen sich strenge
Strukturen klassischer Zeichnungen mit der plakativen Offenheit von Streetart
und einer Ornamentalkultur, die an nordamerikanisch-indigene Formensprachen
erinnert. Im Aufbau orientiert sich die Arbeit an der zentraleuropäischen
Flechtbandornamentik mit fließenden Gebärden und insularem Innehalten. Sie will
den latenten Spieltrieb des Betrachters ansprechen und zur Erkundung anregen.
Als Vorlage für das gewebte Wandbild diente Bozenhard seine eigene
Diplomarbeit, eine großformatige Federzeichnung auf Leimtuschemalerei, die sich
auf insgesamt 18 etwa einen Quadratmeter große, mit Papier bespannte Rahmen in
einer Gesamtdimension von 3 mal 6 Metern verteilt. Während des Arbeitsprozesses
vollzog der Künstler gewissermaßen einen medialen Transport, indem er eine
Kulturtechnik in eine andere übertrug. Die einzelnen Elemente auf Papier
fotografierte er dafür präzise ab, um sie zu digitalisieren und in einer
Software für Jacquardweberei aufzubereiten.

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