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Gleichmaß und Irritation die Kraft der gebundenen Gegensätze

Experimentierfreudig ist Silke Trekel beständig auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen und unkonventionellen Form- und Materialkombinationen. Die Ansätze sind vielfältiger Art, die Umsetzungen grenzüberschreitend, reichen vom Schmuckstück bis hin zu großformatigen Objekten. Während des Stipendiums arbeitete sie mit Industrieporzellan in der Porzellanfabrik Hermsdorf, wo vor allem keramische Wärmetauscher produziert werden. Das Charakteristische an diesen technologisch vorgegebenen Formen ist die Wabenstruktur, deren gleichmäßiges Raster die Künstlerin einerseits faszinierte, zugleich aber auch gestalterisch begrenzte. Sie betrachtete es als Herausforderung, diese dominante industrielle Form zu verfremden und etwas Neues entstehen zu lassen.

Kleine dreidimensionale Modelle aus kreisförmigen Scheiben in Zinkblech,die sie auch als Broschen in Silber und Neusilber umsetzte, baute sie als großformatige Objekte in Porzellan nach. Dabei machte sie neue Erfahrungen mit dem ihr fremden Werkstoff: Die Arbeit ist spontaner, skizzenhafter, großzügiger, aber auch mehr von Zufälligkeiten geprägt als bei den sonst von ihr genutzten Materialien. Das quadratische Muster des Wabenporzellans brach sie durch Veränderungen des Materials im noch feuchten Zustand auf oder durch die Bearbeitung der Rasteroberflächen mit dem Kugelfräser. Das Gleichmaß des Ursprungsmaterials wird so durch Kontraste aufgehoben: Aus der glatten Oberfläche wird ein bewegtes Ornament, aus der Fläche werden – durch das Zusammenbauen der Kreisformen – räumliche Gebilde.

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