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Krippe von Halle-Neustadt

Bevor Marc Fromm zum Schnitzmesser griff, betrieb er Lokal- und Sozialstudien. Schwebend im Raum präsentiert er seine verdichteten Eindrücke aus dem tristen Alltag in einer Plattenbausiedlung. Eine junge, dröge vor sich hin blickende junge Frau, Kampfhund und Kind hütend, ein mit Sonnenbrille maskierter, Pommes essender Mann stehen völlig beziehungslos vor einem ASIA-Imbissstand. Dass es sich dabei um ein Paar mit Säugling handelt, lässt nur das tradierte Bildsujet „Krippe“, um die sich die Heilige Familie versammelt, vermuten. Ironisch bricht Marc Fromm dieses Jahrhunderte alte Top-Thema der Kunst herunter, wandelt die Futterkrippe, in der das Jesuskind schlummert, zum Asia-Imbiss, die liebliche, fürsorgliche Maria in eine gepiercte, desinteressierte Mutter, die sich durch einen Kampfhund Respekt verschafft. Wie bei den Krippen, mit denen zur Weihnachtszeit viele bürgerliche Wohnzimmer geschmückt sind, wurden auch hier die Figuren in Holz geschnitzt – mit handwerklicher Finesse und einer Liebe zum Detail bis zur Wohlstandswampe und dem keltisch inspirierten Tattoo.

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