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Moving Structures

Die Beobachtung der ständigen Verwandlung des Meeres, seine immer währende Bewegung, aber auch die Unteilbarkeit der Wasserfläche, die in unendlichen Variationen von Wind und Gezeiten geformt wird und selbst wiederum das Ufer formt, war für die Künstlerin der Ausgangspunkt für Ihre Arbeiten. Zeichnend ging es ihr weniger um die Darstellung von Wasseroberflächen, als um den Versuch, ihren sich immer verändernden Rhythmus und Charakter zu erfassen und in Zeichensysteme zu übersetzen. Da das Verinnerlichen und Entwickeln dieser Systeme meist länger als einen Monat braucht, legte die Grafikerin, neben den zeichnerischen Versuchen mit Pinsel und Tusche, ein Archiv mit Fotoskizzen an, das Anlass für Arbeiten über den Ahrenshoopaufenthalt hinaus sein wird. Diese Skizzen versuchen die Wellenbewegungen, aber auch im Sand von Wasser und Wind hinterlassene Spuren festzuhalten, sie aus dem Zusammenhang der Landschaft herauszulösen, um die Aufmerksamkeit auf ihre Feinheiten zu lenken. „Einfachheit der Form ist nicht unbedingt das gleiche wie Einfachheit der Erfahrung.“, sagte Robert Morris in seinen „Anmerkungen zur Skulptur“ (1966-67). Nach ebenso einfachen, wie komplexen Bildern, in denen sich zeigt, wie komplex das scheinbar Einfachste sein kann, suchte die Künstlerin mit den Fotoskizzen, wie auch in gezeichneten Bildern. Sie faszinierte, wie reich an Variation ein einziger Pinselstrich sein kann: Seine Konzentration entsteht durch gleichzeitige Präzision und Fehlerhaftigkeit. Die Wiederholung von ähnlichen Linien schafft Flächen, die einerseits einheitlich und unteilbar wirken, andererseits durch feine Nuancen der Grauwerte der Tusche oder der Pinselführung belebt werden. Wenn das Bild gelingt, changiert es zwischen der Ruhe präziser Wiederholung und der Bewegung minimaler Unregelmäßigkeiten.

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