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Nachgetragen

Die Arbeiten der Künstlerin zeichnen sich durch Subjektivität ohne
Anpassung an aktuelle Moden und gängige Klischees aus. In ihrem Arbeitsstipendium
hat Christine Matthias Schmuckstücke für drei Personen aus ihrer Kindheit und
Jugend angefertigt; deren Lebenswege und die Beziehung, zu der die Künstlerin
mit diesen Personen stand, sind in die Arbeit eingeflossen. In der persönlichen
Auseinandersetzung mit den Kriegs- und Nachkriegsbiografien ging es ihr in
erster Linie um die veränderte Sichtweise auf die Dinge und um eine
nachträgliche Würdigung. Diese wird durch das Medium Schmuck zum Ausdruck gebracht.
Für ihre Tante fertigte Christine Matthias ein zartes silbernes Armband und
eine einen Halsschmuck aus einer Art Doppelösen, die ineinandergreifen und eine
geschmeidige, fließende Kette bilden. Freihängende Saphirstränge verleihen dem
Stück spielerische Bewegungen. Die Dame mit dem Dackel hingegen erhielt einen
üppigen Halsschmuck und eine Brosche, die an Polstermöbel erinnern und eine
dominante und dramatische Ausstrahlung besitzen. Für Karl fertigte die Künstlerin
ein bewegliches Objekt, welches die Assoziation an ein Taschentuch mit Umrandung,
Stickerei und Initialen hervorruft, und verwarb damit mehrere Erinnerungen und
autobiografischen Details an ihn. Die entstandenen Stücke sind vor allem eins:
Eine Widmung, da sie nicht mehr von den ausgewählten Personen getragen oder in
Empfang genommen werden. Die Arbeitsergebnisse präsentierte Christine Matthias in der Ausstellung
„Halbzeug“ im November 2010 zusammen mit Sybille Richter und Ann Schmalwaßer im
Mansfeld Museum Hettstedt.

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