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RETICULUM – Die Rhythmen des Alltäglichen

Rhythmus (griech. Rythmos = Gleichmaß, Gleichartigkeit,
Gleichklang), allgemein definiert, bedeutet eine standfeste, sich gesetzmäßig
entwickelnde Wiederholung von identischen oder analogen Erscheinungen,
Elementen, Verbindungen und Beziehungen im Raum- und Zeitkontinuum. Rhythmische
Prozesse bestimmen ein breites Feld der Wirklichkeit: man spricht vom Rhythmus
der kosmischen Erscheinungen, von Rhythmen der unorganischen Natur, vom
Biorhythmus und von Rhythmen des sozialen Lebens. Doch welche Rolle spielt
Rhythmus in der Bildenden Kunst? Wie kann man den Rhythmus des Alltages mit der
Kunst verbinden? Dieser Thematik stellte sich der Künstler während seines Stipendiums und erabeitete vier Grafiken mit Landschaftsmotiven. Der Mensch lebt in einer bestimmten Welt und in einer bestimmten Zeit und
unterliegt damit auch einem bestimmten Rhythmus. Der Rhythmus des Alltäglichen
besteht aus mindestens zwei Teilen. Dem äußerlichen, sozialen Rhythmus und dem
innerlichen, mentalen Rhythmus. Die Realität verpflichtet, mit einer bestimmten
Regelmäßigkeit darauf, zu reagieren. Aber auch die innere Welt hat ihre
Geschwindigkeit und Sättigung der Ereignisse. Es gibt eine Brücke,
welche die innere und äußere Welt verbindet. Das endoplasmatische Retikulum im Cytoplasma einer Zelle, ist ein reich
verzweigtes Kanalsystem flächiger Hohlräume, das von Membranen umschlossen ist.
Eine treffende Metapher. Der sich im Netz befindende, aus Bindungen,
Anhänglichkeit und Sorgen bestehende „soziale Körper“, sowie der „mentale
Körper“, gewebt aus Gedanken, Emotionen und Gefühlen, sind in einer Falle
gefangen. Diese Verbildlichung vereinigt die beiden Welten und wird auch in den
Landschaftsmotiven erkennbar.


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