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Samples

Die Künstlerin erlernte während ihres Stipendiums in Grimbergen (Belgien) bei dem Grafiker Filip Le Roy die Grundlagen des „Non-toxic Intaglio“, eine aus Amerika stammende, weitgehend ungiftige Weiterentwicklung der Kupferradierung. Die neue Technik ermöglicht es, stark toxische Materialien wie Säuren, Lacke und Druckfarben sowie Sekundärmaterialien wie Reinigungs- und Lösungsmittel durch umwelt- und gesundheitsfreundlichere Stoffe zu ersetzen. So werden klassische Techniken wie Vernis mou, Vernis dur und Aquatinta mit neuen Produkten durchgeführt, die herkömmlichen Druckfarben auf Ölbasis werden durch solche auf Acrylbasis ersetzt. Die Photopolymertechnik erlaubt es, digitale Bilder auf die Kupferplatte zu übertragen. Ein lichtempfindlicher Film (Photopolymerfilm) wird hierbei auf das Kupfer aufgetragen, belichtet und entwickelt. Die Übertragung des Bildes auf das Kupfer ist bei der konventionellen Radierung eine langwierige Prozedur – hier wird sie durch die Belichtungstechnik auf wenige Minuten abgekürzt; Änderungen und Korrekturen sind einfacher und erlauben eine viel größere künstlerische Freiheit, spontanes Arbeiten und Experimentieren.

Anna Katharina Tretter wandte verschiedene Techniken wie Vernis mou, Vernis dur, Aquatinta und Photopolymer sowie deren Kombinationen an.

Inhaltlich wählte die Künstlerin, inspiriert durch ihren Auslandsaufenthalt, das Thema Fremdsein. Es entstanden längsrechteckige Grafiken, die mit fein getönten Linienstrukturen überzogen sind – abstrahierte Wanderungen durch unbekannte Städte, bei denen sich Eindrücke überlagern, einander verwischen, manches stärker hervortritt, anderes wieder dem Vergessen anheim fällt. So erscheint der fremde Ort als etwas, das zwar wieder und wieder begangen und erkundet werden kann, der aber nichtsdestotrotz stets entschlüpft und sich nicht fassen lässt.

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