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Zeitwinkel

In den Fotografien Max Baumanns spielt die Pflanzenwelt eine wesentliche Rolle, zur Motivsuche zieht er aufs Feld: Auf Feldrainen, Äckern und Brachen errichtet er sein Stativ, um verwilderte, außer Acht gelassene Natur zu studieren. In ihrer ungeordneten Natürlichkeit bieten gerade diese Randgebiete kultivierter Landstriche dem Fotografen eine besondere, durchwachsene Dichte an Struktur und Farbigkeit, die er behutsam einfängt und fotografisch interpretiert. Für Max Baumann bilden diese wilden Wiesen gewissermaßen die Vorreiter blühender Landschaften, in denen nur scheinbar Stillstand herrscht.

Zur Bearbeitung seiner Bilder greift er bewusst auf die analoge Fotografie zurück, entzieht seine Motive der technischen Perfektion digitaler Fotografie und kennzeichnet sie so als Zeitdokumente. Im eigenen Labor entstehen die selbst entwickelten Dias, die er schließlich auf transparentem Material vergrößert präsentiert. Durch den Einsatz echter Farbpigmente erscheinen die Bilder in unverwechselbarer, reiner Farbqualität.

Baumanns Bilder entstehen nicht im schnellen Aufschnappen von Eindrücken und stehen daher im Gegensatz zur gängigen Alltagsfotografie. Der Titel „Zeitwinkel“ meint in diesem Sinne den Moment des ruhigen Findens der Motive und das Einfangen eines Augenblicks. Ein Zeitwinkel ist auch der Ort des Künstlers, an den er sich zurückzieht, eine Art Refugium der Langsamkeit, aus dem er seine fotografischen Blicke sendet. Die Arbeitsergebnisse dieses Stipendiums wurden im Februar 2009 in der Galerie Raum HELLROT präsentiert.

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