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Anna Westphalen

Textilkünstlerin

Arbeitsstipendium
Januar 2023 – Juni 2023

POSTANTHROBIOSIS

Was entsteht auf der Erde, wenn aus unserer zivilisatorischen Lebensrealität eine Dystopie wird? Was hinterlässt anthropozentrisches Handeln? Wie sieht der Zivilisationskollaps aus, wenn planetaren Grenzen überschritten sein werden? Ausgehend von diesen Fragen schuf sich Anna Westphalen eine fiktive Vorstellung des Raumes, der nach dem Ende der menschlichen Zivilisation übrigbleiben wird. Was oder wer wird dort leben? Unter welchen Bedingungen? Wie wird sich die Natur die Überreste menschlicher Produktivität zurückerobern, sie in ihre eigenen Prozesse integrieren oder sogar auf ihrer Grundlage existieren? Das Projekt „Postanthrobiosis“ interpretiert künstlerisch einen Ausschnitt der Hinterlassenschaften anthropozentrischen Handelns nach einem fiktiven Zusammenbruch der Zivilisation. Dabei konzentrierte sich die Künstlerin auf Lüftungssysteme. Diese gehören zu jedem Industriegebäude und sind ihr ein Symbol der menschlichen Produktion. In einer fiktiven Zukunft, in der es keine Menschen mehr gibt, verlieren diese zweckgebundenen Funktionsobjekte ihre Funktion. So können andere Organismen oder Lebewesen sich ihrer bemächtigen und sie als neuen Lebensraum nutzen. Bunte Haare wachsen aus Öffnungen zwischen den Lamellen und stehen für das Lebendige. Für neue Organismen. Für neue Kraft. Die Oberflächen fühlen sich an wie echtes, voluminöses, weiches Fell. Aus der Kombination von gesticktem, farbigem Haar und Holz sind zwei künstlerische Interpretationen entstanden. Ein Objekt, das je nach Perspektive anders aussieht, steht am Boden. Die Öffnungen des Luftschachtes weisen in zwei verschiedene Richtungen. Das zweite Objekt hängt an der Wand. Die Haare wachsen aus den Öffnungen zwischen den Metalllamellen. Es entsteht ein starker Kontrast zwischen den weichen, matten Farbverläufen in brillanten Farben und der exakten Geradlinigkeit des massiven, silbrig schimmernden Objektkörpers.
Vita
1987 geboren | 2008–2010 Studium der Textilgestaltung an der Westsächsischen Hochschule Zwickau und 2011 Erasmus-Semester an der HLSU Hochschule Luzern | 2010–2014 Studium Textildesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Bachelor of Arts; anschließend ebd. bis 2016 Conceptual Textil Design, Master of Arts | div. Ausstellungsbeteiligungen u. a. in Chemnitz, Leipzig, Luzern, Halle, München, Berlin, Eindhoven (Niederlande), Graz (Österreich), Mailand | lebt und arbeitet in Halle (Saale) (Stand: November 2024)