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Rebecca Belmore

Die kanadische Künstlerin Rebecca Belmore hat sich bei einem Besuch in Allstedt für ein eigenes Kunstwerk inspirieren lassen. Sie besichtigte 2023 unter anderem das Schloss Allstedt, das damals noch kurz vor der Sanierung stand. Ihre Installation „Noodin“, was Wind in der Sprache der Anishinaabe bedeutet, ist einem Fenster der Hofstube nachempfunden, dem Raum auf Schloss Allstedt, in dem Thomas Müntzer 1525 die „Fürstenpredigt“ hielt. Die trichterförmige Form des Fensters ist so konzipiert, dass möglichst viel Licht in den Raum fällt und möglichst wenig Wärme nach außen dringen kann. Es gibt den Blick auf einen Teil des Himmels frei und verstärkt das Geräusch des Windes. Bei der Nachbildung dieser Form arbeitet Rebecca Belmore sowohl mit visuellen als auch akustischen Mitteln. Losgelöst von den Schlossmauern bietet die schmale Öffnung immer noch einen fokussierten Blick auf den Himmel.

Windböen sind zu hören, die anschwellen und wieder abklingen. Eingeladen wird dazu, innezuhalten – Zeit damit zu verbringen, genau hinzuschauen und zuzuhören. Bei ihrer Installation verwendete Rebecca Belmore auch altes Holz, das bei den laufenden Sanierungsarbeiten am Schloss entfernt werden musste.

Rebecca Belmore wurde 1960 in Upsala, Ontario, Kanada geboren. Sie ist eine interdisziplinäre Anishinabe-Künstlerin, die national und international ausstellt. 2017 nahm sie beispielsweise an der documenta 14 in Athen, Griechenland und Kassel teil.

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