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Alica Khaet

Grafikerin und Animationskünstlerin

Arbeitsstipendium im Rahmen des wage-mutig Kurzfilmprogramms
Februar – April 2025

Einmal am Fluss

Das Drehbuch zu „Einmal am Fluss“ entstand in einem intensiven Prozess von Verdichtung und Reflexion. Die Autorin und Regisseurin arbeitete über Monate hinweg an Szenen, straffte, überarbeitete und entwickelte sie neu. Im Mittelpunkt stehen Motive wie das Aufwachsen in einer brüchigen Welt, die Kraft von Freundschaft, erste Erfahrungen von Liebe und Enttäuschung sowie die Suche nach Identität – mit all der Unsicherheit, Zärtlichkeit und Wut, die damit verbunden sind. Diese Themen spiegeln sich in Bildern und Andeutungen, in Blicken und Brüchen. Ziel war es, die Essenz dieser Erfahrungen herauszuschälen und ein Drehbuch zu schaffen, das auf mehreren Ebenen lesbar bleibt: als poetisch-visuelle Erzählung, als inneres Protokoll einer Figur und als gesellschaftlicher Kommentar. Jede Szene wurde verdichtet, der Rhythmus geklärt, Emotionen durch Pausen, Geräusche und Gesten spürbar gemacht. Wesentlich war dabei der offene Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Durch Feedback, Testlesungen und Diskussionen gewann das Drehbuch Klarheit und Tiefe. Die Erzählung löste sich zunehmend von autobiografischen Ansätzen: Die Figuren entwickelten Eigenständigkeit und führten die Geschichte in einen offenen Raum, in dem kleine Gesten große Bedeutung gewinnen und Verlorensein auch Freiheit bedeuten kann.
Arbeitsstipendium im Rahmen des wage-mutig Kurzfilmprogramms
Februar – April 2020

Feferle

Im Rahmen ihres Drehbuchstipendiums hat die Grafikerin und Filmemacherin das Storyboard zu ihren surrealistischen Animationsfilm „Feferle“ verfasst, welches sich mit den Themen der Heimatlosigkeit, Entwurzelung und der Identitätskrise befasst. Auf der Suche nach der eigenen Identität und der Herkunft wollte Alica Khaet Recherchereisen nach Švenčionys in Litauen und Rostow am Don in Russland durchführen, die wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der durch Corona ausgelösten Pandemie aber nicht stattfinden konnten. Nichtsdestotrotz hat die Künstlerin ausreichend Material durch Telefoninterviews, Online-Recherchen, Familienfotos und persönliche Interviews mit ihren Verwandten und Familienfreunden in Russland, Israel und der USA sammeln können. Der Animationsfilm nutzt die Techniken des Cutout und angezeichnete Frame-by-Frame Animation und handelt von einer fraulichen Figur mit dem jüdischen Kosenamen Feferle (Pfeffer), die in ihrer eignen Traumwelt lebt und sich erst durch den Tod ihres Vaters der Realität stellen muss. Während der Entrümpelung der Gemeinschaftswohnung in Rostow am Don lernt sie Stück für Stück ihre Familiengeschichte kennen. Der Film vereint Dokumentarisches aus der Zeit des Zusammenbruchs der Sowjetunion und die Geschichte der Juden des 20. Jahrhundert in Rostow und Osteuropa sowie persönliche Erinnerungen der Künstlerin. Der Film war international auf vielen Festivals zu sehen und erhielt 2024 eine Jury Special Mention beim Kurzsüchtig Filmfestival, Leipzig, das Prädikat „Besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Mediabewertung, wurde ausgezeichnet als bester Film beim Beijing Short Film Festival. 2025 bekam Alica Khaet den Newbie Award für das beste Debüt bei den Independent Days Internationales Filmfest Karlsruhe. Außerdem erhielt der Film Jury Special Mention für den Best Animated Short Film auf dem Punta del Este Jewish Film Festival, Uruguay.
Vita
1988 in Rostov am Don (Russland) geboren | 2005 Studium an der Russian State University for the Humanities, Fachbereich Religionswissenschaften | 2006 Auswanderung nach Israel | 2007 – 2009 Studium an der Bezal’el Academy for Art and Design, Fachbereich Animation, Jerusalem, Israel | 2011 – 2018 Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Studiengang Malerei/Grafik bei Prof. Thomas Rug und Prof. Dr. Mirjam Schaub, Diplom | 2015 Auslandsstudium an der AAAD in Prag, Fachbereich Animation | seit 2018 freischaffende Künstlerin | 2022 2. Platz beim Valentine Rothe und Renate Hendricks-Preis, Residenzstipendium beim Kunstverein Röderhof sowie Arbeitsstipendium der Akademie der Künste | 2023 Nominierung für den Kunstpreis Deutschland | seit 2014 Ausstellung ihrer Werke u. a. in St. Petersburg, Quedlinburg, Halle, Berlin, Leipzig, Kettinge (Dänemark), Wörth am Rhein und Bonn | seit 2021 filmisches Schaffen | 2024/25 Festivalbeteiligungen mit „Feferle“ u. a. in den USA, Spanien, Deutschland, Russland, Mexiko, Kanada, Frankreich und Indien | 2024 Jury Special Mention beim Kurzsüchtig Filmfestival, Leipzig, Prädikat „Besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Mediabewertung sowie Best Film beim Beijing Short Film Festival, China | 2025 Jury Special Mention beim Best Animated Short Film, Punta del Este Jewish Film Festival, Uruguay sowie Newbie Award für das beste Debüt bei den Independent Days Internationales Filmfest Karlsruhe | lebt und arbeitet in Halle (Saale) (Stand: September 2025)