Thought Patterns
In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sich die Malerin und Grafikerin Cara Venzke mit den wechselseitigen Beziehungen von Struktur und Dynamik im Bild sowie der Bewegung des Sehens und der Imagination. Zwischen Konkretion und Abstraktion angesiedelte Formalalphabete bilden die Grundlage ihrer Serie „Thought Patterns“, an der sie während ihres Stipendienzeitraums weitergearbeitet hat.
Die großformatigen Zeichenbilder eröffnen durch ihre vielfältige Lesbarkeit rhythmische und lebendige Bildräume, in denen sich grafische Zeichen im Prozess des Betrachtens mit Gefühlen, Assoziationen und Gedanken verweben. Die Dynamik innerhalb der Bilder entsteht aus dem Zusammenspiel der rhythmischen Formverteilung und ihrer Farbigkeit. Auch das Format beeinflusst die Bewegung des Sehens: Auf den großen Querformaten kann der Betrachter seinen Blick über die gemalten Formfelder wandern lassen, wodurch die Bilder optisch in Schwingung geraten.
Für „Thought Patterns“ hat sich Venzke intensiv mit der Bedeutung von Schrift und Zeichen im Verhältnis von Bild und Sprache auseinandergesetzt. Ihre Zeichenformen loten die Grenzen zwischen visuellem und verbalem Ausdruck aus. Anders als Schrift transportieren die Zeichen in ihren Bildern jedoch keine vorab festgelegte Information. Stattdessen dienen sie der Entschlüsselung von Eindrücken, Bildern und Gedanken, die im Betrachter selbst entstehen – und somit für jede Person etwas Eigenes bedeuten.
Im Rahmen des Stipendiums konnte die Künstlerin durch Experimente neue Techniken und Rezepte für Grundierung und Farbe entwickeln. Das Ergebnis ist eine schillernde, flirrende Farbigkeit, die je nach Licht mal dunkel und monochrom, mal leuchtend und changierend erscheint. Gleichzeitig hat sie neue Formengruppen geschaffen, die in den Bildern miteinander interagieren. Die dazugehörigen Zeichnungen tragen den Arbeitstitel „Landscapes“, da ihre Komposition an abstrakte Landschaften erinnert. Was zunächst abstrakt wirkt, ist jedoch die grafische Ausbuchstabierung innerer Landschaften – aus Gedankenmustern sind Gedankenlandschaften geworden.
1991 in Berlin geboren | 2011 – 2017 Studium der Malerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bei Prof. Ute Pleuger | 2017 Diplom für Bildende Kunst | lebt und arbeitet freischaffend in Halle (Saale)



