Das Museum im Museum
Dalya Markovich beschäftigt sich mit der laufenden Debatte über Darstellungspraktiken und die von ihnen verwendeten ideologisch-politischen Narrative in Museen, die aktive Vermittler von Erinnerung und Erbe sind. Die jüdischen Museen sind Teil dieser Debatte. In Sachsen-Anhalt gibt es das zwei jüdische Museen, in denen sie recherchiert hat, um eine Ausstellung zu entwickeln: Das Berend Lehmann Museum in Halberstadt und das Museum Synagoge in Gröbzig. Beide hat sie besucht und dafür Ausstellungen entwickelt.
Das Berend Lehmann Museum ist nach Berend Lehmann (1661–1730) benannt, der als einer der bedeutendsten Hofjuden seiner Zeit gilt. Das Museum befindet sich in einigen Gebäuden, die Teil des ehemaligen Jüdisches Zentrums sind, zu dem die zerstörte barocke Synagoge, das rituelle Bad der Gemeinde und ein jüdisches Lehrhaus gehörten. Sie dienten als Orte des Gottesdienstes und des Lernens bis zum 9. November 1938.
Das Museum in Gröbzig umfasst eine Synagoge, eine jüdische Schule und einen Friedhof, der etwas entfernt davon liegt. Ab 1934 wurde die Synagoge als Museum der Stadt genutzt und daher nicht abgerissen.
Beide Museen befinden sich an Orten einst blühender deutsch-jüdischer Gemeinden. In beiden Museen sind Originalgegenstände ausgestellt, die zum traditionellen jüdischen Leben gehören: Kerzenständer, Mesusot, Pessach-Teller, Gebetsriemen, Parochot und Thorarollen. Sowohl in Halberstadt als auch in Gröbzig werden interaktive Angebote gemacht.
Das Ausstellungskonzept von Dalya Markovich möchte die derzeitigen Schauen anknüpfen und sie erweitern um Positionen, die sich mit der jüdischen Welt befassen, die sich außerhalb der bisherigen geokulturellen und historischen Zeit und Perspektive befinden. Sie will eine Brücke schlagen zwischen dem Leben der jüdischen Gemeinden in der Vergangenheit und in der Gegenwart, zwischen dem jüdischen Leben in Deutschland und dem jüdischen Leben in Israel und darüber hinaus. Vorgesehen ist eine Ausstellung, die die jüdischen Museen widerspiegelt, ein Museum in den Museen.
Die vorgesehenen Kunstwerke von sieben Künstlerinnen und Künstlern aus Israel und Deutschland korrespondieren mit mehreren Artefakten und Gebäuden, die Teil der Museen in Halberstadt und Gröbzig sind. Sie reflektieren über das jüdische Leben vor dem Krieg und die Verbindung zum pluralistischen jüdischen Leben in mehreren ethnisch-jüdischen Gemeinden der Gegenwart.
1969 geboren | 2004 – 2006 Stipendium am Mandel Leadership Institute | 2007 Promotion an der School of Education der Hebräischen Universität Jerusalem | 2008 Postdoktorandenstudium an der Ben-Gurion-Universität des Negev | 2010 M. A. am Department für Kunstgeschichte der Universität Tel Aviv (2010) | aktuell tätig als Dozentin an der Abteilung für visuelle und materielle Kultur der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem, sie forscht in den Bereichen Kunstpädagogik, Pädagogische Theorie und Friedenspädagogik, über Ethnizität, Nationalität und Identitätsbildung durch Kunst und Bildung | lebt und arbeitet in Tel Aviv
(Stand: Juni 2025)



