Ordnung im System
Die Dokumentarfilme von
Jördis Kühne kreisen immer wieder um das Thema Heimat, was sie selbst mit dem
Aufwachsen in der ehemaligen DDR begründet und der gewissermaßen daraus
resultierenden Doppelidentität. Was sie zum Filmemachen antreibt ist ein
seltsames Gefühl zwischen dem Schmerz darüber, in einer Diktatur aufgewachsen
zu sein und der Sehnsucht nach der eigenen Vergangenheit.
In ihrem Kurzfilm "Tupperheldin (AT)" - Neuer Titel: "Ordnung im System", der im Rahmen eines Arbeitsstipendiums entstand, begleitet die Filmemacherin
über mehrere Monate die Hausfrau Gabi, die als Tupperware-Vertreterin einen
Neuanfang wagt. Gabi, die nach der Wende ihre Arbeit verlor und deren Kinder längst
aus der Wohnung in Halle-Silberhöhe ausgezogen sind lädt ein zu Tupper-Partys,
die unter Hausfrauen einen gewissen Kultstatus genießen. In Privatwohnungen
werden die bunten Plastikdosen und Küchengeräte vorgestellt, es wird gemeinsam
gekocht, gebacken, geshakt. Getauscht werden Produkte, Geld, Erfahrungen, über
die Waren wird Gemeinschaft gestiftet. Für ihren Erstlingsfilm wurde Jördis
Kühne im Juli 2008 mit dem MDM-Nachwuchspreis für das beste Pitching des
Stoffes ausgezeichnet.
1979 in Wittenberg geboren |
1997 – 2002 Studium Kultur- und Medienpädagogik, FH Merseburg, Abschluss als
Dipl. Kulturpädagogin / Medien | 1999
dreimonatiger Aufenthalt in Israel, Kibbuz und Traveln | 2003 Gründung des
eigenen Unternehmens IM-Movie | 2004 Filmreise nach Sibirien mit Unterstützung
der Republik Altai | 2007 Teilnahme an der Spitzenqualifikation „TP2
Talentpool“ der Firma Tradewind Pictures in Kooperation mit der Mitteldeutschen
Medienförderung | 2007 Technikstipendium der Werkleitz Gesellschaft/Zentrum für
künstlerische Bildmedien Sachsen-Anhalt für den Film „INTERZONE“ | 2008 MDM-Nachwuchspreis
für das beste Pitching des Stoffes „Die Dose der Hausfrau“ (Neuer Titel:
„Ordnung im System“) | Oktober 2009 Publikumspreis für den Kurzfilm „TupperHeldin“ (Neuer Titel: "Ordnung im System")
beim Filmforum Selbstgedrehtes im Zazie-Kino Halle | 2010 Teilnahme am Berlinale
Talent Campus | zahlreiche Projekte im Werbe- und Dokumentarfilm, sowie im
Medienpädagogischen Bereich u. a. unter dem Namen Jördis Schön



