Linien im Raum
Im Rahmen ihres Arbeitsstipendiums beschäftigte sich Katrin Stauss mit der Vereinfachung textiler Prozesse und dem räumlichen Potenzial des Webens. Ausgangspunkt war die Frage, wie sich traditionelle Webtechniken so reduzieren und weiterentwickeln lassen, dass sie leichter zugänglich werden, ohne ihre gestalterische Qualität einzubüßen.
Dafür modifizierte Stauss herkömmliche Handwebrahmen zu multifunktionalen Werkzeugen, die das Weben in der Dreidimensionalität ermöglichen. Durch eigens entwickelten Holzscheiben werden die Kettfäden neu geführt, sodass filigrane textile Objekte entstehen, die den Herstellungsprozess sichtbar machen und dreidimensional sind. Nach dem Abnehmen vom Webrahmen werden die zunächst klar strukturierten Gewebe zu organisch wirkenden Formen, deren Transparenzen sowie das Spiel von Licht und Schatten neue räumliche Qualitäten eröffnen.
Mit „Linien im Raum“ zeigt Katrin Stauss, wie sich textile Techniken durch bewusste Reduktion neu erschließen lassen. Zugleich schafft sie eine Grundlage für zukünftige Vermittlungs- und Workshopformate, die das Weben einem breiten Publikum zugänglich machen.
1985 geboren | 2008–2012 Bachelorstudium Modedesign an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin | 2012 1. Preis des Volkswagen FS-Wettbewerbs für Promotion-Outfits | 2012–2014 Masterstudium Conceptual Textile Design an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle | 2013 ASA-Programm in Tadschikistan, Projekt mit Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern | 2015–2018 Design und Produktentwicklung für Spitzen in der Dresdner Gardinen- und Spitzenmanufaktur | 2017–2020 künstlerische Mitarbeit im Forschungsprojekt „Textile Prototyping Lab“ an der Weißensee Kunsthochschule Berlin | seit 2021 eigenes Designbüro für Spitzen | lebt und arbeitet in Halle (Stand: Juli 2026)



