memory diffusion
Die Installation „memory diffusion“ von Nico Parisius beschäftigt sich mit Erinnerung, Authentizität und den ästhetischen Möglichkeiten KI-gestützter Bildgenerierung. Ausgangspunkt der Arbeit sind digitalisierte Familien-Dias, die als Trainingsmaterial für lokal betriebene KI-Modelle dienen. Auf kommerzielle Bildgeneratoren verzichtete der Künstler bewusst, um unabhängig zu arbeiten und eigene visuelle Räume zu erschließen.
Im Zentrum des Projekts steht die Arbeit mit Diffusionsmodellen in Kombination mit sogenannten LoRAs (Low-Rank Adaptations), durch die fragmentarische und traumartige Bildwelten entstehen. Reale Personen und Situationen verschmelzen dabei zu neuen Figuren und Erinnerungsräumen zwischen Vertrautheit und Fremdheit.
Die generierten Bilder wurden als Dias entwickelt und werden mit einem Kodak-Carousel-Projektor sowie einem „Live-Generator“ präsentiert, der fortlaufend neue Erinnerungsbilder erzeugt. Das Zusammenspiel aus digital generierten Bildern und analoger Projektion verleiht der Arbeit eine besondere physische und atmosphärische Qualität.
Im Verlauf des Projekts entwickelte Nico Parisius eine zunehmend dunklere Bildsprache, die bewusst im Kontrast zu klassischen Familien- und Urlaubsdias steht.
1991 in Halle (Saale) geboren | 2011–2015 Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, Abteilung Puppenspielkunst | 2016–2020 Ensemblemitglied am Puppentheater Halle | 2021 Stipendiat an der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund | Mitglied des Virtual Reality Kollektivs PRESS [ST]ART | lebt in Halle (Saale) und arbeitet deutschlandweit als freischaffender Künstler im Bereich Video- und Medienkunst (Stand: Mai 2026)
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